Über Dr. Ursula Fechter

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DEMO an der Nord-West-Landebahn

Bevor die NW-Landebahn am 1. Juni, pünktlich zur Jahreshaupteversammlung von Fraport völlig unnötigerweise wieder in Betrieb genommen wurde, hatte das FBI zu einem Lärmspaziergang an der Piste eingeladen. Jürgen Lamprecht, der Sprecher des FBI hat darüber Folgendes berichtet.:

Lerchengesang dringt von der Landebahn Nord-West an unser Ohr, ein Milan hat die Lufthoheit über den Betonpisten …
Am Zaun der Nord-Westlandebahn am sogenannten Spotter-Point unweit der Feuerwache 3 versammeln sich zwischen 40 und 50 Menschen. Sie kommen aus den Anliegergemeinden des Frankfurter Flughafens, insbesondere aus den Frankfurter Bürgerinitiativen von Oberrad, Sachsenhausen, Niederrad und Schwanheim. Die meisten sind bei dem frühlingshaften Wetter mit dem Fahrrad gekommen.
An der Aussichtsplattform sind Transparente angebracht: „Keine Kurzstreckenflüge – Flüge unter 600 km untersagen!“ – „Aufforstung ist Klimaschutz“ – „Kein Fluglärm“ – „Keine Luftschadstoffe“. Die gelben Fahnen des Bündnisses der BIs (BBI) bestimmen das Bild.
Uschi Fechter, Wolfgang Heubner und Jürgen Lamprecht vom Frankfurter Bündnis (FBI) weisen noch einmal eindrücklich darauf hin, dass diese Landebahn, wie auch Terminal 3 und weitere Ausbaupläne raumunververträglich sind und durch nichts zu begründen.
In ihren Redebeiträgen fordern sie erneut, die Schließung der Landebahn Nord-West, einen Stopp des Ausbaus von Terminal 3, eine Decklung der Flugbewegungen, die Verlagerung von Kurzstreckenflügen auf die Bahn und natürlich die Ausweitung des Nachtflugverbotes auf 22 Uhr bis 6 Uhr. Frei werdende Slots dürften nicht neu vergeben werden, Billigfluglinien nicht angeworben werden.
Dies alles zum Schutz der seit Jahrzehnten von Lärm und Schadstoff geplagten Menschen der Region und nicht zuletzt der künftigen Generationen.
Gegen Ende der Veranstaltung sind die Lerchen wieder zu hören, der Milan zieht noch immer seine Kreise. Wie lange noch?!
Jürgen Lamprecht
BI Niederrad/Frankfurter Bündnis der BIs (FBI)

Bilder dazu werden noch veröffentlicht.

Was trägt die Luftverkehrsindustrie eigentlich zum Klimaschutz bei ?

BDL Online-Briefing Luftverkehr und Klimaschutz

Dies ist eine Kurz-Zusammenfassung des Online-Seminars

….oder vielleicht doch nicht ?

Das waren die Referenten:
Sebastian Dreyer, Leiter Parlaments- und Regierungsbeziehungen des BDL
TOP 1 Einführung zum „Masterplan Klimaschutz im Luftverkehr Matthias von Randow

Hauptgeschäftsführer des BDL

TOP 2 Darstellung von Klimaschutzaktivitäten der Lufthansa Gruppe Annette Mann

Leiterin Corporate Responsibility Deutsche Lufthansa

TOP 3 Der Weg zum CO2-neutralen Betrieb des Flughafens Frankfurt

 

Teilnehmer: ca 100

Alexandra Zimpelmann

Bevollmächtigte des Vorstands der Fraport AG

 Masterplan Klimaschutz im Luftverkehr

  • Vor der Pandemie betrug der CO 2 Anteil in Europa 2,8 %
  • Der weltweite Klimaeffekt beträgt 3,5 – 5 %, BDL gibt zu, dass die Kondensstreifen ( 80 % durch Flugzeuge) mit den Zirren einen erhebliche Klimaeffekt haben, Lösung wäre höher zu fliegen.
  • ICAO hält sich an das Kiotoprotokoll vom 1997 und an das Pariser Abkommen 2016
  • Dazu gibt es folgende Instrumente:
  • Technik
  • Organisation
  • Bepreisung

 Technik: Flottenmodernisierung angestrebt, LH steigt um von 4 auf 2-Strahler, 10 neue Langstreckenflugzeuge . Treibstoff reduzieren .LH verfolgt 12 Projekte für nachhaltige Flugkraftstoffe ( elektro-, wasserstoff nur für Kurzstrecken möglich)

Organisation

Angeblich sind schon 2/3 der Inlandsflüge sog. Umsteiger Flüge und kein Lokalverkehr . Es gibt einen Aktionsplan zur Verkehrsverlagerung mit der DB ( den sollte man erfragen) . Angeblich gehen schon jetzt die Passagiere bei 3 Stunden Fahrt auf die Schiene. Es gibt keinen Konkurrenzkampf mit der Bahn, sondern Intermodale Zusammenarbeit, um die Anschluss Zeiten zu koordinieren ( Anschluss Sicherheit) und das Einchecken des Gepäcks ( Gepäckprozesse) schon am Bahnhof zu ermöglichen. Konkret nachgefragt, handelt es sich aber um einen realistischen Zeitraum von 5-10 Jahren)

Bepreisung

Hinweis von BDL, dass es in BRD MWST für Flüge gibt ( nicht gesagt wurde, dass dies nur für Inlandsflüge gilt). Fehlende Besteuerung von Kerosin wegen Wettbewerbsverzerrung ( angeblich steigen die Leute dann auf ausländische Airlines um ) , dafür gibt es die Kompensation über die Luftverkehrssteuer.

Über Corsia , das ist die Abkürzung für Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation sollen  Kompensationzahlungen der Airlines für Umweltprojekte finanziert werden. Außerdem berechnet z.B. myclimate Flugrechner die Menge an CO2-Emissionen. Dies wird aber nur zögernd angenommen.

Fazit

Am Thema Klimaschutz kommt auch die Luftverkehrsindustrie nicht vorbei. Es gibt viele Pläne , Partnerprojekte , wie z.B. mit der DLR. Über neue Flugzeugtypen und alternative Flugkraftstoffe versucht man zum Klimaschutz beizutragen. Eine Reduzierung der Flugbewegungen ist nicht im Programm. Vom Flieger auf die Schiene wird zwar verfolgt, aber mit Hinweis auf die fehlende DB Infrastruktur in die Zukunft verschoben. Trotz allem scheint das Thema Kurzstreckenflüge ein offenes Problem für die BDL zu sein, da es in den Medien aktuell thematisiert wird. Auf meine diesbezügliche Frage ist Herr von Randow zum Schluss noch einmal extra darauf eingegangen. Fraport selbst begnügt sich damit, den Flughafen selbst ( Gebäude und Vorfeld) klimaneutral zu machen. Meine Frage nach der Möglichkeit eine Steuerung über die Flughafenentgelte ( incentive-Programme) Kurzstrecken unattraktiv zu machen, wurde nicht mehr beantwortet.

Ursula Fechter

 

 

 

 

Kommunalwahl am 14. März 2021

Pressemitteilung

Flughafen Bürgerinitiativen mischen sich in Kommunalwahlkampf ein
Wahlprüfsteine ausgewertet

Mit dem Versand und der Auswertung von Wahlprüfsteinen an Frankfurter Parteien und Wählergruppierungen mischt sich das Frankfurter Bündnis der Bürgerinitiativen (F.B.I.) in den aktuellen Kommunalwahlkampf ein.

Zentrale Bestandteile der umfangreichen Wahlprüfsteine waren die Einschätzung der Umsetzung der Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag von 2016, die Haltung zu Forderungen nach einer Stärkung der Stabsstelle Fluglärmschutz, nach den Ausbauplänen der Fraport AG, insbesondere Bau des Terminals 3, der Unterstützung eines konsequenten Nachtflugverbots zwischen 22 Uhr und 6 Uhr und letztlich der Stilllegung der Landebahn Nordwest im Kelsterbacher Wald.

CDU und FDP präsentierten sich bei allen Fragen nach wie vor, seit Börsengang und Unterzeichnung des auf 30 Jahre geschlossenen Konsortialvertrages, als Parteien des wirtschaftlichen Wachstums und der vorbehaltslosen Unterstützung der Unternehmenspolitik der Fraport AG, wobei sie durchaus den Schutz vor Lärm und Abgasen anerkennen, aber keine nachhaltigen Vorstellungen und Aktivitäten dazu entwickeln. Wer ist schon nicht generell für Umwelt- und Gesundheitsschutz. Im Widerspruch dazu befürworten z. B. beide Parteien die nicht vom Bedarf abgedeckte Erweiterung des Flughafens durch den Bau des Terminal 3, auch unter Inkaufnahme der erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Flughafen-Anrainer durch zunehmenden Flugverkehr.

Die Antworten der Grünen werden von den Bürgerinitiativen differenziert einschätzt. Zum einen unterstützen die Grünen im Wahlkampf auch Forderungen der Bürgerinitiativen. Im praktischen Regierungshandeln im Magistrat der Stadt wie im Land ist diese programmatsche Unterstützung jedoch nicht mehr zu erkennen. Zudem beklagt das F.B.I., dass immer wieder ein Austausch mit den Bürgerinitiativen durch das grünengeführte Umweltdezernat abgelehnt wird mit dem Hinweis auf die Zuständigkeit der Stabsstelle Fluglärmschutz. Das Umweltdezernat und die Stabsstelle haben allerdings sehr unterschiedliche Aufgaben.

Bei den übrigen Befragten – neben kleineren Wählergruppierungen insbesondere auch bei SPD und bei Die Linke – bestanden zum Großteil Übereinstimmungen mit den Forderungen der Bürgerinitiativen. Diese Übereinstimmungen betreffen besonders die seit Startbahn West Bauzeiten festgestellte Raumunverträglichkeit eines internationalen

Flugverkehrskreuzes (HUB) in der Region Rhein-Main und demgemäß Lösungen im Sinne der Ziele der Bürgerinitiativen.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Antworten der Parteien auf die Wahlprüfsteine für die Wahlentscheidung der Frankfurter Bevölkerung, die täglich von den negativen Auswirkungen des Flughafens betroffen ist und in Zukunft auch wieder sein wird, wichtige Hinweise gegeben hat. Es liegt auf der Hand, dass Parteien und deren Vertreter/innen, die sich politisch vehement gegen die Interessen besonders eines großen Anteils der südlichen Frankfurter Bevölkerung verhalten, als Volksvertreter/innen nur schwer vorstellbar sind.

Das F.B.I. empfiehlt vor allem auf den Wahllisten Personen mit jeweils drei Stimmen zu unterstützen, die für ihr Engagement in den Bürgerinitiativen bekannt sind. Das betrifft insbesondere die derzeitigen Sprecher*innen des Gesamtbündnisses der Bürgerinitiativen (http://www.flughafen-bi.de). Wobei Ina Hauck im Falle ihrer Wahl in die Stadtverordnetenversammlung in der Nachfolge von Frau Dr. Ursula Fechter als Lärmschutzbeauftragte der Stadt zur Verfügung stünde.

Das F.B.I. empfiehlt deshalb vor der Wahlentscheidung, die Programme der Parteien und Gruppierungen genau zu studieren.

Die Wahlprüfsteine und die Auswertung der Antworten können auf der Seite der BI Sachsenhausen http://blog.ausbaugegner.info/ angesehen werden.

Für Nachfragen
Friedemann Scheld
t 069 – 65 77 60; Friedemann.Scheld@hotmail.de

 

Verantwortlich:

Jürgen Lamprecht und Friedemann Scheld
Frankfurter Bündnis der BürgerInitiativen (F.B.I.)

Wohnen ohne Fluglärm und Absturzbedrohung (Oberrad)| Bürgerinitiative Sachsenhausen (BIS) | Stop Fluglärm (Sachsenhausen) | BI Niederrad gegen Flughafenerweiterung | Eintracht gegen Fluglärm (Niederrad) | BI Schwanheim/Goldstein gegen Flughafenerweiterung | BI Frankfurter Norden gegen Fluglärm | Gemeinsam gegen Fluglärm und Schadstoffe

 

 

Wahlprüfsteine des F B I zur Kommunalwahl 2021 in Frankfurt

PM: Auswertungen der Antworten der Wahlprüfsteine

BIS INFO MAI 2020

Liebe BIS-Mitglieder,

Zur Zeit sollten wir zwar auch nicht auf die Straße. Unsere monatlichen Vollversammlungen haben in den vergangenen 20 Jahren ohne Unterbrechung stattgefunden und sie werden weitergehen. Die letzte Versammlung war noch im März bevor es zum Corona-Stillstand kam. Die Mai-Versammlung mußten wir ausfallen lassen. Gerade wir, die wir für die Gesundheit unserer Mitbürger kämpfen, müssen besonders vorsichtig sein. Noch ist die Ansteckungsgefahr nicht vorbei.

Dies bedeutet aber nicht, dass wir nicht trotzdem über die aktuellen Entwicklungen informieren wollen. Da auch die Montagsdemos zur Zeit ausfallen, hat das Bündnis der Bürgerinitiativen BBI bis jetzt schon 4 Ausgaben eines Newsletters BBI-aktuell heraus gebracht, die man auf der Homepage des BBI nochmals nachlesen kann.

BBI-aktuell – Nr. 01 – 08. April 2020
BBI-aktuell – Nr. 02 – 15. April 2020
BBI-aktuell – Nr. 03 – 24. April 2020
BBI-aktuell – Nr. 04 – 03. Mai 2020

Ausserdem findet jeden Montag um 18h00 eine Online-Mahnwache statt an der sich jeder gern beteiligen kann.

Am Tag gegen den Lärm, der zwar deutschlandweit ausfiel, hat die Bürgerinitiative „Gemeinsam gegen Fluglärm und Schadstoffe“  eine Mahnwache auf dem Römerberg organisiert, an der 30  Mitstreiterinnen und Mitstreiter teilnahmen . Hier die Reden und Bilder von Walter Keber: Mahnmache mit Masken.

Die Stabsstelle für Fluglärmschutz hat neben einer Reihe von Presseerklärungen vor allem  mit ihrem Flugbewegungs- und Fluglärmmonitoring die Entwicklung im im ersten Quartal dieses Jahres, die geprägt ist von den dramatisch ein gebrochenen Flugbewegungen, sehr anschaulich dokumentiert. Nachzulesen auf der Homepage: STABSSTELLE FÜR FLUGLÄRMSCHUTZ DER STADT FRANKFURT Wer an weiteren aktuellen Informationen interessiert ist, kann sich gerne für den Newsletter anmelden. In der zweiten Mai-Hälfte werden die aktuellen Zahlen zur Lärmbelastung im Monat April veröffentlicht werden, die an den Frankfurter Lärmmessstationen gemessen wurden. Man kann gespannt sein, wie sich die Lärmwerte verändert haben.

Auch die Bundesvereinigung gegen Fluglärm war aktiv und hat einen Forderungskatalog für eine neue und nachhaltige Luftverkehrspolitik veröffentlicht. Dieser wurde ebenfalls an die zuständigen Ministerien und Politiker versendet.

Überlegungen für eine nachhaltige Luftverkehrspolitik nach der Coronavirus-Pandemie

Tag gegen Lärm 2020: Zeitpunkt für Gespräche zu einer nachhaltige Luftverkehrspolitik gekommen.

Zur Zeit profitieren wir – bei allen Einschränkung, die Corona mit sich bringt -alle von der Ruhe, der Entspannung und der guten Luft, die der Rückgang der Flugbewegungen zwangsläufig mit sich bringt. Das wird nicht immer so bleiben und wir müssen uns auf die Zeit danach vorbereiten.  Manch  einer, der glaubte, dass man sich an den Lärm gewöhnt hat, wird feststellen , dass es eben nicht so ist und vielleicht auch wieder mit Überzeugung dafür kämpfen, dass es nicht wieder so werden darf wie vor der Krise. Die Weichen werden jetzt gestellt und es wird unsere Aufgabe sein, uns für eine neue umweltfreundlichere und nachhaltige Luftverkehrspolitik einzusetzen: Keine Inlandsflüge, keine Billigflieger, ein echtes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr und eine Rückbesinnung auf das tatsächliche öffentliche Interesse von Fraport, nämlich die Konzentration auf die lokalen Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung im Rhein-Main Gebiet.

Dementsprechend liegen auch im kommenden Monat unter anderem folgende Themen an:
Einhaltung der Nachtflugbeschränkungen: während wir alle Verständnis dafür aufgebracht haben, dass für die Rückholflüge im März eine Vielzahl von Ausnahmen genehmigt wurden, gibt es momentan hierfür keine ausreichende Begründung mehr. Dennoch wurden im April 70 und im Mai bis jetzt 36 Flüge in der Nacht genehmigt. Subventionen im Luftverkehr: eine Studie von Prof. Thießen hat gezeigt, dass der Luftverkehr in allen Bereichen subventioniert wird. Auch hier müssen wir aktiv werden. Über die einzelnen Themen werden wir im Juni informieren.

Bis dahin bleibt bitte alle gesund
Dr. Ursula Fechter
Monika Plottnik
Wolfgang Heubner
Ina Hauck

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

an dieser Stelle möchten wir Ihnen/Euch friedvolle und erholsame Ostertage wünschen.
 
Ruhig werden sie bestimmt sein, die Ostertage, denn bezüglich der Lärm- und Schadstoffbelastung unserer Region, haben wir zur Zeit einen Idealzustand erreicht, wenn nicht die Covid-19-Pandemie als Verursacher da wäre und unsere Bewegungsfreiheit und sozialen Kontakte auf ein Minimum reduzieren würde.
 
Fraport hat mittlerweile die Nordwestlandebahn stillgelegt und nutzt sie als Parkfläche für nicht benötigte Flugzeuge, die Südbahn ist auch gesperrt und erhält eine neue Teerdecke, das Terminal 2 ist seit gestern geschlossen und Teile des Terminal 1 sind ebenfalls stillgelegt.
 
Dagegen will Fraport das Terminal 3 mit allen Mitteln so schnell wie möglich bauen, koste es, was es wolle und Herr Schulte ist dabei der Meinung, dass man kurz nach der Covid-19-Krise wieder zu dem alten Auslastungsniveau zurückkehren wird.
Viele Luftverkehrsexperten aber gehen davon aus, dass die Covid-19-Pandemie auch nach deren Abklingen massive Auswirkungen haben und es sehr lange dauern wird, bis die Anzahl der Flugbewegungen auf ein ähnliches Niveau wie vor der Pandemie ansteigen wird. Auch bei den Fluggesellschaften hat ein Umdenken begonnen: Lufthansa z. B. hat den Flugverkehr Ihrer Tochtergesellschaft Germanwings eingestellt und auch die eigene Flotte massiv reduziert. Gleichzeitig ruft sie aber nach staatlicher Unterstützung in Form von Zuschüssen und Garantien.
Aber bei Fraport ist es nicht angekommen, dass es so nicht weiter geht.
Bei Fraport hat schon das abgelaufene Geschäftsjahr 2019 gezeigt, dass das eigentliche Wachstum der Fraport AG in erster Linie auf die Auslandsbeteiligungen (Umsatzwachstum gegenüber 2018 + 13,4%) zurückzuführen ist und am Standort Frankfurt selbst keine großen Ergebnisse zu erwarten sind.
Deshalb müssen und werden wir wachsam sein und weiter gegen den Ausbau des Flughafens kämpfen.
Ende April wird, soweit Corona dies zulässt, der Erörterungstermin zu den Einwendungen gegen das beantragte, mit Schadstoff belastetem Aushub gefüllte Zwischenlager beim Regierungspräsidium Darmstadt stattfinden, bei dem insgesamt über 140 Einwendungen eingereicht wurden. Auch wir haben dazu entsprechende Einwendungen erhoben und werden dabei sein.
 
Wann wir wieder mit den Montagsdemos starten können, wissen wir heute noch nicht, aber wir werden alle rechtzeitig über den Wiederaufnahme informieren; angemeldet sind die Demos bislang bis zu den Sommerferien 2020.
 
Bis dahin wünschen wir Ihnen/Euch allen geruhsame Ostertage und vor allem Gesundheit !!
 
Das Sprecherteam der                                                                                                                                      
BIS Bürgerinitiative Sachsenhausen

GOTTESDIENST UNTER LAUTEM HIMMEL

Zusammen mit der evangelisch-lutherischen Dreikönigsgemeinde Frankfurt Sachsenhausen veranstalten die BIS Bürgerinitiative Sachsenhausen einen

Gottesdienst unter (freiem) / lautem Himmel

16. Juni 2019, 14.00 Uhr

Goetheturm

Frankfurt am Main Sachsenhausen


Auch wenn der Goetheturm nicht mehr steht und noch nicht wieder aufgebaut ist, wird neben seinem Standort auch in diesem Jahr wieder ein Gottesdienst unter lautem Himmel gefeiert.

Dieser Gottesdienst bringt in Gebeten, Liedern und Predigt die Belastung vor Gott, dass der Himmel über uns kein freier Himmel, sondern ein lauter Himmel ist. Pfarrerin Silke Alves-Christe wird gemeinsam mit anderen Fluglärmbelasteten diesen Gottesdienst gestalten.

Fluglärmgeplagte und Solidarische und Ausflügler sind herzlich dazu eingeladen am Sonntag, 16. Juni 2019, um 14.00 Uhr.

Im Anschluss an den Gottesdienst wird es neben Informationsständen der BIS (Bürgerinitiative in Sachsenhausen gegen Fluglärm) die Einladung zu Kaffee und Kuchen und zu einer Suppe geben.

Kuchenspenden dafür sind herzlich willkommen und sollten direkt mitgebracht werden.

Bei starkem Regen findet der Gottesdienst in der Bergkirche statt.

Pfarrerin Silke Alves-Christe

Bis Bürgerinitiative Sachsenhausen

Rede von Wolfgang Heubner auf der Fraport-Hauptversammlung

Die BIS war bei der Hauptversammlung von Fraport durch unser Mitglied im Sprecherkreis Wolfgang Heubner gut vertreten.

Hier seine Rede zum Nachlesen:

Hauptversammlung FRAPORT am 28.05.2019

Mein Name ist Wolfgang Heubner, ich bin Kleinaktionär und beschäftige mich schon seit Jahren mit der Entwicklung des Frankfurter Flughafens 

Meine Rede liegt bereits der Presse vor.

Sehr geehrter Dr. Herr Schulte,

sehr geehrter Herr Weimar,

sehr geehrte Damen und Herren,

die soeben gelaufene Europawahl hat gezeigt, wo der politische Schwerpunkt in den nächsten Jahren liegen wird. Die Menschen in weiten Teilen von Europa und in Deutschland sind umweltbewusster geworden  und haben nun bei der Europawahl ein deutliches Zeichen gesetzt, denn sie haben das politische Aussitzen von Klimathemen endgültig satt und sie erwarten von der Politik ein unverzügliches Handeln. Dies wird auch den Flugverkehr heftig treffen. Denn der Flugverkehr ist die Umwelt unverträglichste Art der Fortbewegung und ich bin sehr gespannt, was für Einschränkungen in der nächsten Zeit auf die Luftverkehrswirtschaft zukommen wird. Wegfall der Kurzstreckenflüge, anstehende Kerosin- und CO2 Steuer etc.

So wie jetzt kann und wird es auf jeden Fall nicht weitergehen.

Schon heute werden 40% der Schadstoffbelastung in der Stadt Frankfurt  durch den Flughafen verursacht. Nachzulesen im Umweltbericht der Stadt.

All dieses wird auch direkte Auswirkungen auf die Ausbaupläne des Frankfurter Flughafen haben.  Aber bei Fraport scheint davon so gut wie nicht angekommen zu sein.

Andere Flughäfen wie zum Beispiel Copenhagen haben schon vor vielen Jahren darauf reagiert. So hat man dort 3 Messstationen direkt auf dem Flughafengelände für Ultrafeine Partikel aufgestellt und die Auswirkungen der  Schadstoffbelastung am Flughafen erfasst. Auf Grund der herausgefunden Messdaten hat man ein umfassendes Gesundheitsprogramm für die Mitarbeiter  erstellt und daraus eine allgemeine Studie zur Luftverschmutzung an Flughäfen ausgearbeitet und man führt  die Studie weiter.

Auf dem Gelände des Frankfurter Flughafens gibt es  nur 2 Messstationen, die weit von den Arbeitsplätzen der Mitarbeiter entfernt sind und die messen noch nicht mal Ultrafeinstaub. Anscheinend interessiert Sie dies überhaupt nicht. Wann endlich werden sie, der Aufsichtsrat und die politischen Anteilseigner wach!

Hier an diesem Großflughafen Frankfurt müssten mindestens 5 – 8  Messstationen auch für Ultrafeinstaub stehen und man müsste direkt an den Arbeitsplätzen der Mitarbeiter messen. Wir fordern sie auf regelmäßig die Werte an den Arbeitsplätzen zu Ultrafeinstaub und diversen Schadstoffen zu erheben und durch einen neutralen Gutachter zu veröffentlichen. Welches medizinische Präventionsprogramm werden sie hier für Ihre Mitarbeiter einrichten?

Strategiewechsel

Die von Ihnen 2006 für den Planfeststellungsbeschluss vorgelegten Prognosen waren ausnahmslos falsch. Statt dessen haben sie dann in 2017 einen Strategiewechsel eingeleitet. Weg vom Premium Flughafen, hin zum Flughafen, der Billigflieger mit Sonderkonditionen anlocken durfte. Aber für was für einen Preis.

Auf der Basis der zum Planfeststellungsbeschluss vorgelegten Prognosen aus 2006  müssten sie in 2018 mehr als 86,5 Mio. Passagiere, mehr als 688.000 Flugbewegungen und fast 3,8 Mio. Tonnen Cargo realisieren.  Völlig utopisch.

Fakt ist, dass der Flughafen in 2018 einschließlich der Billigflieger bei den Passagieren ca.  -14,8 Mio. oder 17,6% bei den Flugbewegungen ca. -161 Tsd. oder 24,2% und bei Cargo  ca. -690 Tsd. Tonnen oder 26,1%  hinter den Prognosen 2006 lagen.  Die Billigflieger allein machten in 2018 bei den Passagieren ca. 4,0 Mio. und bei den Flugbewegungen ca. 22.000 aus und auch der Konkurs von Air Berlin hat Ihnen eine entsprechende Steigerung verursacht.

Somit zeigt das Jahr 2018  deutlich, wo es lang geht und  welche ersten Auswirkungen der Strategiewechsel mit sich bringt.

Die pro Kopf Nettoerlöse  je Passagier in den Terminals lagen in 2018 mit 3,12  EURO deutlich unter dem Wert von 2015 und in den ersten 9 Monaten in 2018 lag dieser Wert sogar nur bei 2,96 EURO. Angestrebt sind seit Jahren schon 4,00 EURO. Die Gesamtnettoeinnahmen aus dieser Quelle, die in 2015 noch bei fast  222 Mio. EURO lagen, sind in den letzten 3 Jahren deutlich niedriger ausgefallen und in 2018 waren es  ca. 4,7 Mio. EURO weniger als  2015 und dies trotz 8,5 Mio. Passagieren mehr. Aber hier zeigt sich ganz klar. Wer billig fliegt, der kauft nicht teuer am Flughafen ein.

Ihre Naivität ist muss grenzenlos.

Auch werden die Billigflieger nicht  von Fraport abgewickelt, sondern dies hat eine nicht tarifgebundene Tochtergesellschaft der Wisag übernommen. Warum wohl.

Fraport hat Billigflieger geholt und jetzt holt sie der Preisdruck erst recht ein.

Bei Ihrem  Strategiewechsel, braucht man sich nicht zu wundern, dass damit die Qualität auf der Strecke bleibt. Jeder, der sich in der Wirtschaft etwas auskennt, weis, dass  zwei so unterschiedliche Geschäftsmodelle wie Premium-Anbieter oder  Billiger Jakob unter einem Dach zum Scheitern verurteilt sind!  Aber dies interessiert sie anscheinend nicht!

Welche Auswirkungen dies hat, zeigen auch eindeutig  die Wirtschaftszahlen der Bereiche. An der Umsatzsteigerung  2018 war der Bereich External Aktivities & Services mit fast 81 % beteiligt.  Und beim Ebit lag der Anteil bereits bei 39%. Im Groundhandling sind die Umsätze um 5 % gestiegen, aber das EBIT um 94% gefallen.

Die Ausweitung des internationalen Geschäftes ist positiv zu sehen, aber erst einmal sollten sie Ihre Hausaufgaben an Ihrem Stammsitz hier in Frankfurt erledigen, dort aber verlieren sie eindeutig an Kompetenz. Denn mit einer guten Performance am Stammsitz, damit könnten sie  international punkten.

Pünktlichkeit

Auch das Thema Pünktlichkeit zeigt dies ebenso deutlich. In 2018 ist sie auf nur 69.1 %  gesunken. Hier wird immer das fehlende Personal als Argument angebracht und  auch,  dass die Bundespolizei bei der Passagierkontrolle  verantwortlich sei und nicht Fraport.

Sie sind der Flughafenbetreiber und es liegt in Ihrer Verantwortung, wenn es nicht richtig läuft.

Noch vor vielen Jahren hatten sie die Verantwortung für die  Passagierkontrolle selbst und hatten sie an die Bundespolizei abgetreten und jetzt solles mit Ihnen wieder besser werden, dies ist zu bezweifeln.

Die Steigerung bei den Passagieren ist insbesondere durch die Billigflieger erfolgt  Aber sie hätten dafür  rechtzeitig Personal requirieren müssen. Im Konzern haben sie zum 31.12.2018 gegenüber 2016  nur gerade mal 649 Mitarbeiter aufgebaut. Ich weis nur, dass es bei anderen europäischen Großflughäfen deutlich besser läuft.

Die Personalfluktuation ist zwar um 0,4 %-Punkte auf  7,9 % gesunken, aber sie ist aber noch immer sehr schlecht. Bezogen auf die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter heißt dies, sie müssen erst einmal 1.735 Beschäftigte neu einstellen um Even zu sein. Gut funktionierende Unternehmen die Wert auf gute Mitarbeiter legen, haben eine Fluktuationsquote die deutlich unter 3% liegt.  M.E. ist es eine Frage der entsprechenden Personalmodelle, einer sinnvollen Einsatzplanung und besonders wichtig einer angemessenen, für die Region notwendigen und leistungsgerechten  Bezahlung. Wenn sie dies hätten, würde Ihre Quote auf ein normales Maß schrumpfen und sie könnten die vielen eingesparten Millionen Euro für eine leistungsverbesserte Bezahlung einsetzen.

Statt dessen erhöhen den Druck auf die Betriebsräte und  Gewerkschaften und drohen mit Outsourcing, wenn man sich nicht Ihrem Diktat beugen wolle. Sie sollten sich schämen.

Ärger mit dem Hauptkunde, der Lufthansa AG einer der größten Fluggesellschaften der Welt

Noch vor einem Jahr haben sie  großspurig verkündet, dass der in 2016 / 2017 entstandene Streit mit der Lufthansa  wegen des Anlockens der Billigflieger nach Frankfurt jetzt ausgestanden sei. Herr Spohr hat  sie und uns im März diesen Jahres eines besseren belehrt und geäußert, dass  man mit der Passagierabfertigung am Frankfurter Flughafen besonders unzufrieden sei. Von allen  vier Drehkreuzen der Lufthansa – Frankfurt, München, Zürich und Wien –  liege Frankfurt bei den Qualitätskriterien wie Pünktlichkeit und Kundenzufriedenheit auf dem letzten Platz.

Das ist die Realität!

Terminal 3

Terminal 3 sollte mal max. 2,5 Mrd. EURO kosten.  In diesem Jahr haben sie innerhalb von wenigen Monaten bereits 2 Werte zu den Kosten von T 3 genannt zunächst 3,5 bis 4 Mrd. EURO und dann plötzlich nur noch 3,5 Mrd. EURO.

Wann legen sie endlich einen detaillierten Businessplan zu T3 und T3 G vor?

Wie sieht der Finanzierungsplan für T3 und T3 G insbesondere auch bei den zu erwartenden Mindereinnahmen wegen der Billigflieger aus.

Von welchen  Gesamtkosten für T3 und T3 G ist heute auszugehen,

Welchen Notfallplan haben sie, wenn das Klimathema zu deutlich verringerten Flügen führt?

Fazit

Ich muss nach meinen Analysen der Entwicklung von Fraport, insbesondere hier am Frankfurter Flughafen feststellen, dass  der Vorstand  mit der Fokussierung auf die Billigflieger, ohne jegliche Not, einen fatalen Weg eingeschlagen hat und  dabei auch noch seinen wichtigsten Kunden, die Lufthansa AG völlig verärgert und zum Handeln gegen Fraport gezwungen hat. Hinzu kommt aktuell der Druck des Klimathemas, welches zwangsläufig zu Veränderungen im Flugverhalten führen wird.

Sie können heute nicht durch Aussitzen der Themen bzw. durch schaffen alternativer Fakten, einfach zur Tagesordnung übergehen, wie sie dies schon seit Jahren tun. Wann endlich beginnen sie für die Zukunftssicherung des Flughafen und der Menschen in der Region um den Flughafen zu handeln.

An dieser Stelle kann ich nur die Aktionäre aufrufen, dem Vorstand und dem Aufsichtsrat die Entlastung zu verwehren.

Es gilt das gesprochene Wort.

Frankfurt, 28.05.2019

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Wie gefährlich ist die Erhöhung der Rückenwindkomponente

Aus Sicherheitsgründen müssen Flugzeuge immer gegen den Wind starten oder landen

International wird eine Rückenwind von 3 Knoten allerdings noch toleriert. Frankfurt hat aber seit 1999 ein Ausnahmegenehmigung für 5 Knoten. Diese Ausnahmegenehmigung bezeichnet man als Rückenwindkomponente. Dies bedeutet eine zusätzliche Belastung für Frankfurt.

In der Fluglärmkommission wird seit neuestem jetzt aber diskutiert, die Rückenwindkomponente auf 7 Knoten zu erhöhen. Zur Begründung wird die Tatsache herangezogen, dass aus den Kommunen im Westen des Flughafens mehr Beschwerden kamen. Wir beobachten schon seit geraumer zeit, dass die Fluglärmbeschwerden aus Frankfurt zurückgegangen sind. Dies könnte die fatale Folge haben, dass der Eindruck entsteht, die Frankfurter hätten sich mit dem Fluglärm abgefunden. Es ist daher wichtig, dass die Fluglärmbeschwerden aus Frankfurt wieder zunehmen.

sir fordern daher alle Fluglärmgeschädigten auf, sich wieder bei Fraport zu melden, und ihre Beschwerden einzulegen. Es ist ganz einfach und gibt zwei Möglichkeiten für eine Beschwerde: Entweder über die Seite der DFLD oder aber für alle Frankfurter noch einfacher über die Stabsstelle für Fluglärmschutz. Wir müssen diese Möglichkeiten nutzen, bevor es zu spät ist.

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