Weniger Flugbewegungen als 2005 – die Nordwestbahn ist überflüssig

Pressemitteilung des Bündnisses

Frankfurt am Main – 4. Januar 2013 -. Das Bündnis der Bürgerinitiativen hat die vorliegenden Verkehrszahlen des Frankfurter Flughafens für das Gesamtjahr 2012 zusammengefasst; mit etwa 482000 sind sie gegenüber 2011 um rund 1% zurückgegangen und liegen auf einem niedrigeren Niveau als im Jahr 2005.„Jahrelang wurde suggeriert, dass eine Nachfrage der Fluggesellschaften vorliegen würde, die ohne Ausbau nicht bewältigt werden könne. Diese Argumentation ist geplatzt wie eine Seifenblase“, so der Sprecher der Bündnisses, Berthold Fuld. Statt zu steigen, seien die Zahlen nun sogar rückläufig. „Viel mehr Menschen in der Region leiden unter einer hohen Fluglärmbelastung, werden krank und und können am Arbeitsplatz nicht mehr ihre volle Leistung erbringen. Mittlerweile zeichnet sich auch ab, dass sich die Wohnungsnot in Wohngebieten mit höchstens mäßiger Belastung durch die Nachfrage der Fluglärmflüchtlinge weiter verschärft und zu steigenden Mieten führt. Ein Nutzen der neuen Landebahn für die Region ist dagegen bisher nicht erkennbar. Selbst das Argument, dass es weniger Verspätungen gäbe, verliert angesichts längerer planmäßiger Flugzeiten wegen Südumfliegung und langen Rollzeiten an Stichhaltigkeit“

„Für ein derartiges Missmanagement muss Fraport zur Verantwortung gezogen werden“, fordert der Sprecher des Bündnisses. Hier sei die Politik als Korrektiv gefragt. „Der Planungsfehler Landebahn Nordwest gehört behoben“, sagt Fuld und ergänzt: „Die Politik muss ihre Funktion als Volksvertreter wahrnehmen und die Bevölkerung vor den Belastungen durch den Flughafen sowie die Fraport vor weiteren Fehlentscheidungen schützen, für die auch die Aktionäre teuer zahlen müssen.“

Die Ziele des Bündnisses der Bürgerinitiativen:

  • Verhinderung des Ausbaus des Frankfurter Flughafens und anderer Flughäfen in der Region
  • Schaffung von nächtlicher Ruhe durch ein absolutes Nachtflugverbot von 22 – 6 Uhr
  • Schaffung von rechtlich einklagbaren Grenzen der Belastung für die Bürgerinnen und Bürger
  • Verursachergerechte Zuordnung von Kosten auf die Luftverkehrsindustrie; Stopp der Subventionen
  • Verringerung der Flugbewegungen auf maximal 380.000/Jahr und der bestehenden Belastungen durch Fluglärm, Luftverschmutzung und Bodenverbrauch durch Flugverkehr im Rhein-Main-Gebiet
  • Stilllegung der Landebahn Nordwest

5 Gedanken zu „Weniger Flugbewegungen als 2005 – die Nordwestbahn ist überflüssig

  1. Pingback: Weniger Flugbewegungen als 2005 – die Nordwestbahn ist überflüssig | Fluglärm. Frankfurt. Rhein-Main. Emissionen. Fraport-Desaster.

  2. Dieser Analyse stimme ich in allen Punkten zu. Auf meinen offenen Brief in der FAZ, der bei einer Aufsichtsratssitzung der Fraport zur Sprache kam, erfolgte nie eine Antwort. In ihm forderte ich Erklärungen für die Notwendigkeit der neuen Landebahn UND für die Tatsache, dass trotz gleichbleibenden Flugaufkommens mindestens 50% der Landungen, in den Randstunden sogar weit mehr,auf der Nordwestbahn erfolgen. Im Hinblick auf die unzumutbaren Belastungen ganzer Kommunen und die zur “Beruhigung” der Betroffenen eingesetzten Steuergelder bedürfte es zumindest belastbarer und nachvollziehbarer Begründungen durch die Verantwortlichen – so sehen es die Spielregeln demokratischer Gemeinwesen vor. Gibt es dies Gründe, wollen wir sie hören und uns mit ihnen auseinander setzen, gibt es sie nicht, muss auch dies benannt werden.

  3. Um die bevorstehende Fluglärmflüchtlingswelle in den Griff zu bekommen, sollte der verdammte Lärm endlich verteilt werden. Diese Ja zu FRA’s sind schließlich erwachsene Menschen und haben auch ein Recht darauf, ihre eigenen Erfahrungen mit dem Fluglärm zu machen. Die Bewohner des Südens von Ffm. haben keine übermenschlichen Kräfte, sie brauchen auch ihren Schlaf von 7 bis 8 Stunden, so wie die Ja zu FRA-Anhänger.

  4. Meine Sehnsucht nach Schlaf, Ruhe und Ausgeglichenheit in Dirty City Fraport reicht schon bis zum Mond.

  5. welcome to fraportylon.
    Menschenrechtsverletzungen und sich gleichzeitig selbst sauber präsentieren ist keine Lösung.

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