Schöne Bescherung – Der A380 hat die Zukunft hinter sich

Der größte Feldherr aller Zeiten ist bereits hinlänglich bekannt. Dank der FRAPORT Plakatwerbung lernten wir ihn im Juni 2004 kennen. Der größte Airbus aller Zeiten. Er sollte am Airport sein neues Zuhause finden. Bescheren sollte er der Region, da war sich FRAPORT ganz sicher, beste Zukunftsaussichten.

Wie so oft ist das mit den „Bescherungen der Zukunft“ und den Prognosen so eine Sache. Als vor zwölf Jahren der Großraumjet A380 in Dienst gestellt wurde, galt er als das Non-Plus-Ultra der Passagierluftfahrt. Medial wurde er umjubelt, bewundert und bestaunt, ob seiner großen Fenster, seiner Geräumigkeit und leise sei er auch.

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„Schluß aus – Jetzt Reicht’s“ stand handschriftlich auf dem Plakat, das im Osthafen-Gebiet  zu sehen war. Schluß aus – Airbus Industrie schloss sich dieser Forderung an und wird die Produktion nach Auslieferung der letzten Bestellungen beenden.Wie ist die Metamorphose vom Super-Star zum ungeliebten Schmuddelkind  zu erklären? Die Fluggesellschaften lieben den 280 Toner mit dem 320 000 Litertank nicht – er ist unwirtschaftlich. Die Passagiere lieben keine Sammeltransporter. Sie lieben Direktverbindungen und hassen das Umsteigen in irgendwelche Hubs. Der Steuerzahler konnte ihn noch nie lieben – Entwicklungskosten: 20 Milliarden. Andere Flugzeuge liebten ihn wegen seiner Wirbelschleppen  nicht. Von Beginn an war das Projekt, wie zuvor die Concorde, die 2003 scheiterte, politisch gewollt.

Die Fakten, die zum Scheitern führten, hätte und hat man wohl bereits in der Planungsphase sehen können. Wie bei politisch gewollten Projekten üblich, werden Kritiker bei bestimmten Themen durch Begrifflichkeiten mundtot gemacht. Auffällig ist dabei die enge Verflechtung zwischen Politik, Medien, NGO’s und unterstützende Institute / Gruppen (z.B. Atlantik-Brücke, Münchner Sicherheitskonferenz  und Medienhaus Bertelsmann – Gutachten / Zensur / Sprachreglungen). Werden zweifelhafte politisch gewollte Projekte durchgesetzt, zeigt sich die enge Politik / Medien Verflechtung. Ein Beispiel wäre die begleitenden Machenschaften bei der Euro Einführung. Der Flughafen ist bei diesem üblem Spiel eher unbedeutend, aber auch hier sieht man das System.

Betrachtet man den Bau des Terminal 3. Wer fragt, weshalb es überhaupt gebaut wird? Der Zuwachs ist eher negativ. Um die Zahlen zu schönen haben wir wohl jetzt die Billigflieger. Sie bringen kein Geld und verärgern die Lufthansa. Durch die neuen „Wüsten Hubs“ verliert der Flughafen zudem an Bedeutung. Was motiviert also Fraport Unsummen zu investieren? Kann es möglicherweise, eventuell nicht auszuschließen, sein, dass das Terminal 1 die baurechtlichen Vorgaben wie Brandschutz nicht mehr erfüllt? Halten die Behörden still bis Ersatz gebaut ist? Ist das Terminal 1 abgerissen, braucht Fraport die Parkhäuser auch nicht mehr. Was plant Fraport mit diesem wunderschönen Grundstück? Die Medien und die Politik werden nicht fragen.
Hier zeigt sich das Grundübel unseres Systems. Mir scheint, dass wir inzwischen in so etwas wie in einem Indischen Kastensystem leben. In der Spitze der Pyramide leben die Schamanen, man kennt sie nicht man sieht sie nicht. Darunter befindet sich die Politik und Medienkaste, sie haben die Deutungshoheit. Abgestuft folgen die Vasallen. Sie dürfen alle vier Jahre irgendwo ein Kreuzchen machen und fleißig arbeiten. Dann gibt es noch die Kaste der Unberührbaren, mit diesen spricht man nicht. Die Politik / Medienkaste verorten alle, die zu politisch gewollten Projekten auch nur fragen, in dieses Verlies. Hier schmoren die Verschwörungstheoretiker, Dunkel-Deutschen, Faschisten, Rassisten, Neo-Nationalsozialisten, AfD-Wähler, Populisten, Putin-Versteher, DM-Nostalgiker, Euro/EU-Skeptiker, Homophobe, 9/11 Leugnern, Antisemiten und Islam-Hasser.
Das öffentlich-rechtliche-System wird allerdings zunehmend skeptisch gesehen. Abwehren will das die ARD ebenfalls mit vereinfachenden Frames. Gemeinwohlmedien das sind sie selbst. Demokratieferne Medien und Medienkapitalistische Heuschrecken, das sind die Anderen.
Frei nach Rainer Mausfeld: Wieso schweigen die Lämmer dazu? Wieso glauben sie an ihren guten Hirten? Der Hirte muss die Schafe verwerten – das ist die Aufgabe des Hirten. Wissen das die Schafe nicht?

„Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.“ (Ingeborg Bachmann) Diese Inschrift liest man auf dem Gedenkstein für Herrhausen am Ort der Tat. Medien und Politik sehen das anders. Im Fall Herrhausen und im allgemeinen.

1 thought on “Schöne Bescherung – Der A380 hat die Zukunft hinter sich

  1. Ihr Blog-Beitrag vom 22.2. zum Scheitern des A380 ist hervorragend.

    Ich erinnere mich noch sehr gut an das Jahr 2003, als wir massenhaft zur A380-Anhörung nach Mörfelden gepilgert sind. Wir dachten, für eine Wartungshalle einen Bannwald abholzen? Das kann nicht wahr sein, wo doch der Flughafen nach dem Abzug der Amerikaner genug neuen Platz hatte für ein derartiges Gebäude. Aber da kannten wir noch nicht das Geschäftsmodell der Fraport des fortgesetzten Waldraubes von den Nachbarn, zur Schonung eigener Bodenressourcen.

    Man ist müde, die vielen herbeifantasierten Arbeitsplatzzahlen zu nennen. Allein die Stationierung der A380 sollte Frankfurt 6.000 Arbeitsplätze bescheren. Der Bannwald ist weg, die Arbeitsplätze in der Höhe nie entstanden, und so Gott will, wird auch der A380 absehbar bald Industriegeschichte sein.

    Auch wenn das Terminal1 und die Landebahn-Nordwest einst rückgebaut werden, zählt Fraport zu den Gewinnern. Ihr fällt dann ein riesiger Grundbesitz im Rhein/Main-Gebiet in den habgierigen Schoß .

    Auch Ihren Vergleich unserer Demokratie mit einem indischen Kastensystem halte ich für absolut gelungen. Danke für den Hinweis auf Prof. Rainer Mausfeld. Das ist eine empfehlenswerte Lektüre.

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