Protest gegen Fluglärm nicht repräsentativ

landtadswahlWir haben ganz bewußt keine Presseerklärung zu diesem unsäglichen Machwerk von der Stiftung Marktwirtschaft abgegeben, da wir damit das Papier nur “aufgewertet” hätten. So ist die Frankfurter Presse auch darauf nicht eingestiegen und damit läuft die Aktion ins Leere. Trotzdem haben wir dazu natürlich eine Meinung:

Das Einverständnis des Bündnisses der Bürgerinitiativen wurde unter falschen Voraussetzungen eingeholt. Es wurde behauptet, dass  Prof. Hornig von der Gießener Universität der Auftraggeber sei. Später wurde uns bestätigt, dass die Stiftung Marktwirtschaft sowohl Auftraggeber ist als auch die Studie finanziert hat.  Die Stiftung wird von Geschäftsführern, Unternehmern und Aufsichtratsmitgliedern mit Verbindung zum Wirtschaftsflügel der CDU und dem Arbeitgeber-Netzwerk Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft dominiert.

Da während des Wahlkampfes kaum Politiker Statements gebracht werden, hat hier im Auftrag von Konservativen gezielt eine sog. Studie stattgefunden, deren Text und Zielsetzung die Presse im Wahlkampf ist.

Zu den Schlussfolgerungen selbst:

Die Montagsdemonstranten bilden nicht den Querschnitt durch die ganze Bewegung. Die Anfangszeit im Terminal um 18 Uhr ist für die meisten Arbeitnehmer zu früh und für die Familien mit Kleinkindern zu spät. Insofern ist es unzulässig hieraus Schlüsse zu ziehen.

Die Annahme, dass unser Protest keinen Erfolg haben wird und damit wohl auch keinen Einfluss auf den Wahlausgang ist falsch. Für die lärmgeplagten Menschen im Rhein-Main  Gebiet ist die Landtagswahl eine Landebahnwahl. Und bei den vermutlich knappen Ergebnissen kann das den Ausschlag geben. Dies zeigt auch die Reaktion der Parteien, die das Gespräch z.B. bei den Mahnwachen gesucht haben. Dies zeigen auch die Gespräche, die wir außerhalb der Mahnwachen mit den Parteien geführt haben. Sie wissen, dass es für sie auf jede Stimme ankommt.

Ein Gedanke zu „Protest gegen Fluglärm nicht repräsentativ

  1. Tja, da haben wir es wieder. Ein Papier, durchgeführt mit nur 532!! Teilnehmern – und diese Lobby spricht von einer “Studie” (immerhin sind mehr als 300.000 Menschen täglich einem Höllenlärm ausgesetzt). Man darf also davon ausgehen, dass gar nicht mehr Bürger bereit waren, sich dieser dubiosen Zeitverschwendung zu widmen. Spätestens ab Frage 7 hatte man es mit merkwürdigen Fragestellungen – also Fangfragen zu tun – natürlich zu Gunsten des Flughafenbetreibers! Das Ergebnis ist nun ein Papier (von einer Studie kann man nicht sprechen), das systematisch und ganz gezielt den guten Mittelstand mit Sozialneid bekämpft. Die Taunus-Bewohner konnten selbstverständlich nicht befragt werden, denn die wurden wie wir alle wissen laut Gerichtsurteil ja vom Fluglärm befreit.

    Sehr gerne werden Fluglärmopfer von einer ignoranten und ahnungslosen Bürgermehrheit als “eine Minderheit” verunglimpft, eine Minderheit, die scheinbar aus Profit alles hinnehmen soll, ohne aufzumucken. Das ist die Einstellung von Menschen, die noch nicht verstanden haben, dass ihre verlärmten Mitbürger auch für “sie” den Lärm + Dreck ertragen müssen. Doch wenn in unserem Land “sonstige Minderheiten” Unrecht erfahren müssen, schreien die Deutschen inkl. Politiker gerne laut nach Gerechtigkeit, auch dass wir kein Recht auf Ruhe, Gesundheit und Eigentum mehr haben, scheint vielen immer noch nicht ausreichend Genugtuung zu verschaffen. Und weil in diesem Lande die Menschlichkeit gänzlich verloren gegangen ist, muss nun eine Umfrage nach der anderen ins Leben gerufen werden um einen Nachweis zu erbringen, dass das Wort nicht mehr der Bürger hat, sondern eine Lobby, die auch unsere Politiker schon viel zu stark beeinflusst. Was haben diese Lobby-Studien bis heute gebracht? Nichts, jedenfalls keine Lärmentlastung. Wie viele von den Auftraggebern und den Mitwirkenden an diesem Papier wären eigentlich auf Dauer bereit, 18 Stunden Fluglärm mit 76 dB im 2-Minuten-Takt wortlos und ohne Kritik zu ertragen? Jets – allen voran die LH- die zum Teil so niedrig fliegen und so laut sind, dass man Angst bekommt.

    Wer keinen Bezug zur Familie hat, keinen Wert auf “alte Freunde” legt, wem seine Heimat egal ist und wer einen Immobilienwertverlust von 20-30 % finanziell verkraften kann, der zieht eben weg, wenn der tägliche Horror am Himmel nicht mehr zu verkraften ist. Der Airport wird’s schon richten und das Loch der Bürgerflucht schon wieder stopfen.

    Jeder von uns wird immer wieder in der Stadt von Bettlern angesprochen, Zigaretten- und 1-Euro-Schnorrer. Den armen Kerlen sage ich neuerdings immer: ihr müsst zum Flughafen fahren, dort herrscht der Kapitalismus, dort ist das Geld!

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