Pressemitteilung zur Halbjahresbilanz Fraport

BI_Logo128_2013Nachdem die Halbjahres-Finanzzahlen von FRAPORT vorliegen, versuchen FRAPORT und Herr Schulte noch etwas Positives aus den Zahlen zu interpretieren und Begründungen zu finden, warum sich das Ergebnis verschlechtert hat, bzw., geben an, dass sich durch Veränderung des Konsolidierungskreises, Verkauf von 51% der FCS, Frankfurt Cargo Services in 2015 und Verkauf der Air-Transport IT Services, der Konzernumsatz eigentlich um 1,6% erhöht habe.Dass aber die Verkehrszahlen am Frankfurter Flughafen mittlerweile seit 4 Monaten rückläufig sind, wird nur im Nebensatz erwähnt und Herr Schulte lässt über den Bundesverband der Luftverkehrs-betriebe (hier ist er Präsident) verbreiten, dass der positive Trend der Luftfahrtindustrie um Deutschland einen Bogen mache. FRAPORT selbst veröffentlicht in seinem Halbjahresbericht, dass die Passagierentwicklung in den ersten 6 Monaten in Deutschland um 3,3 % und  in Europa um 3,8% angestiegen, bei FRAPORT  jedoch  um -0,9% gefallen ist. Der Bogen wird also in erster Linie um den Frankfurter Flughafen gemacht. Um aber von den eigenen gravierenden Mängeln abzulenken, haben FRAPORT und die Luftfahrtindustrie ein anderes Feindbild in den Vordergrund gestellt, nämlich das Nachtflugverbot und die Luftverkehrssteuer. Beides hat aber nichts bzw. nicht direkt mit der Entwicklung der Verkehrszahlen (Passagiere, Flugbewegungen und Cargo) zu tun.

Hier die Entwicklung der Verkehrszahlen im ersten Halbjahr 2016 an den  Flughäfen Frankfurt, München, Berlin und Köln/Bonn hier(einschl. Juli)

Passagiere     Flugbewegungen          Fracht

Frankfurt (bis Juli)       -1,1%             -1,3%                           +  0,7%

München                   +2,3%              + 2,5%                          + 4%

Berlin Total               +11,0%            + 9,3%                            + 0,3%

Köln Bonn (bis Juli)   ca. + 11%       + 1,6%                                k.a.

Hamburg                >  2%                 +/- 0 %                                    > 13 %

Da muss sich FRAPORT fragen lassen, wieso fallen wir so aus dem Rahmen?  U.E. liegt es an dem falschen Geschäftsmodell von FRAPORT, man hält eisern an der Weiterentwicklung der HUB- Funktion fest, obwohl der Trend  eindeutig zu Direktflügen tendiert (in Frankfurt ist z. B. der Anteil der Transitpassagiere in 2014 von 55% auf 60% in 2015 gestiegen). Darüber hinaus zählt für FRAPORT nur Wachstum, Wachstum und nochmal Wachstum. Es geht nur um Quantität und die Qualität leidet massiv darunter. Bei dem 60 millionsten Passagier hat man im Dezember einen großen  Event veranstaltet, aber am 22. Juli 2016 war man aufgrund bestimmter Wettereinflüsse, wie sie am Frankfurter Flughafen immer wieder eintreten können, nicht in der Lage einen geregelten Flugverkehr zu garantieren und die entsprechende Betreuung der Passagiere zu gewährleisten. Trotz dieser negativen Zahlenentwicklung will man unbedingt am Bau des Terminals 3 festhalten, obwohl der Flughafen bereits heute Auslastungsprobleme hat. Denn Herr Schulte hat auf der Hauptversammlung angekündigt, dass FRAPORT Billigflieger anwerben muss, um die Auslastung zu gewährleisten. Das damit eine Abwärtsspirale der Flughafenentgelte  in Frankfurt eingeleitet wird, will FRAPORT nicht wahrhaben. Daneben hat aber FRAPORT den Antrag gestellt, die Flughafenentgelte ab 2017 zu erhöhen zu dürfen.

Was muss denn noch alles geschehen, damit FRAPORT und insbesondere die Politik als Anteils-eigner die Reißleine ziehen, damit die Belastungen der Anwohner, die bereits heute schon zu groß sind, drastisch reduziert werden, so Wolfgang Heubner, Sprecher der BIS Bürgerinitiative Sachsenhausen.

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