Offener Brief der Friedrich-Fröbel-Schule an die hessische Kultusministerin

Nach den wenigen, dafür aber extrem heißen Tagen Ende August, hat sich das Kollegium der Friedrich-Fröbel-Schule Niederrad endlich dazu durchgerungen, den Unmut über die Lern- und Arbeitsbedingungen seit Eröffnung der Landebahn seiner höchsten Dienstherrin anzuzeigen. Hier der Brief im Wortlaut:

Sehr geehrte Frau Kultusministerin Beer,
wir sind eine Grundschule mit 270 Schülerinnen und Schülern sowie 18 Lehrkräften in Frankfurt-Niederrad. Seit Eröffnung der neuen Landebahn Nord-West des Frankfurter Flughafens ist der Unterricht an der Friedrich-Fröbel-Schule stark beeinträchtigt. Bei geöffnetem Fenster ist konzentrierter Unterricht nicht oder nur schwer möglich. Unterrichtsgespräche müssen während der häufigen Flüge über unserem Schulgelände unterbrochen werden, Schülerbeiträge sind nicht zu verstehen. Diktate werden unterbrochen und die Kinder verstehen die Lehrkraft nur schwer oder gar
nicht.

In den letzten Wochen vor und nach den Sommerferien war auch bei geschlossenen Fenstern auf Grund der großen Hitze kontinuierliches Arbeiten schwer zu leisten. Selbst bei kühleren Temperaturen müssen die Klassenräume mehrmals während der Stunden gelüftet werden, damit die
Luft erträglich bleibt. Die Raumtemperaturen betrugen an den sehr warmen Tagen bereits um 10.00 Uhr zwischen 27 und 29,5 Grad, so dass die Hitzefreiregelung auch nur wenig half. Auf dem Pausenhof ist der Lärmpegel während eines Überfluges so hoch, dass Gespräche unmöglich sind.
Pro Stunde werden bis zu 22 Überflüge mit je zwischen 65 und 85 dB gezählt. Der durchschnittliche Lärmpegel an unserer Schule liegt bei 58 dB (Quelle: Deutscher Fluglärmdienst e.V.).

Hinzu kommt eine Schadstoffbelastung in unbekannter Größenordnung. Und das ist erst der Anfang: Bis 2020 sollen die Flugbewegungen um 50% zunehmen. Die Kinder aus dem Einzugsgebiet unserer Schule sind nicht nur während der Schulzeit, sondern täglich von 5.00 Uhr bis 23.00 Uhr der Lärmbelästigung ausgesetzt.

Es ist nachweislich belegt, dass eine solche Belastung bei Kindern zu Lernstörungen, Entwicklungsverzögerungen und weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führt (Quelle: z.B. Stansted et al. 2005).

Auch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schule leiden unter dieser Situation. Wir schließen uns deshalb den Forderungen des Bündnisses der Bürgerinitiativen an und fordern die Stilllegung der Landebahn, absolute Nachtruhe von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr sowie eine Deckelung der
Flugbewegungen.

Bis dahin fordern wir geeignete Sofortmaßnahmen zum Wohle der uns anvertrauten Kinder und der gesamten Schulgemeinschaft.

Mit freundlichen Grüßen
i.A. (Personalrat) für das Kollegium der Friedrich-Fröbel-Schule

 

3 Gedanken zu „Offener Brief der Friedrich-Fröbel-Schule an die hessische Kultusministerin

  1. auf diese Antwort sollten wir mal gespannt sein. Denn, sie werden wieder tricksen und foulen und alle aufs Kreuz legen.
    Das Geld der Lobbyisten beeinflusst die Politik und die Opfer werden in diesem Fall die Kinder sein.

  2. Pingback: Antwort der hessischen Kultusministerin | BIS - Bürgerinitiative Frankfurt Sachsenhausen - Rückbau sofort - Nachtflugverbot 22:00- 06:00 Uhr - Kein Terminal 3

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