Offener Brief an Herrn Bouffier aus dem “nachweislich leiseren” Sachsenhausen

Hessische Staatskanzleihin_bouff
Der Ministerpräsident
Volker Bouffier
Georg-August-Zinn-Str.1
65183 Wiesbaden

Frankurt, 25. März 2013
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
wie wir aus Funk und Presse entnehmen, sind Sie offenbar der Ansicht, dass die hessische Landesregierung auf dem Wege der Entlastung der Anwohner vom Fluglärm „Stück für Stück“ vorankommt. So sagten Sie z.B. im Hessischen Rundfunk:
Dort ist es nachweislich leiser geworden.

Das ist auch in anderen Bereichen so, aber ich sag es noch einmal: Wir sind noch nicht da, wo wir hin wollen, aber Stück für Stück kommen wir voran.
Quelle: http://www.hr-online.de
Abgesehen davon, dass wir es für ein Unding halten, dichtbesiedelte Wohngebiete flächendeckend zu verlärmen und erst anschließend schrittweise Maßnahmen des aktiven und passiven Schallschutzes zu ergreifen, erlauben wir uns, Sie in Sachen Fluglärm mit den konkreten Messergebnissen aus Frankfurt-Sachsenhausen zu konfrontieren.
Dort ist es seit Eröffnung der neuen Landebahn am Frankfurter Flughafen nämlich konstant laut, der durchschnittliche Dauerschallpegel (Leq) ist sogar leicht gestiegen. An der vom Umweltamt der Stadt Frankfurt betriebenen Messstation Sachsenhausen 2 im Wilhelm-Beer-Weg betrug er im Februar 2013 59.4 dB(A); im Februar des Vorjahres waren es lediglich 59 Dezibel.
Quelle: DFLD
Obwohl die Zahl der Flugbewegungen im letzten Jahr leicht zurückgegangen ist, nimmt der Lärm eher zu.
Das 19-Punkte-Maßnahmenpaket der hessischen Landesregierung ist für die hoch betroffenen Gebiete im Süden Frankfurts augenscheinlich wirkungslos. Selbst der Flughafenbetreiber Fraport schreibt auf seiner Internetseite, dass die Belastung „weitgehend stabil“ bleibt.
Quelle: http://www.fraport.de/content/fraport/de/nachhaltigkeit/schallschutz-fluglaerm/fluglaerm_und_betrieb.html
Wir geben im übrigen zu bedenken, dass wir Anwohner nicht den Dauerschallpegel wahrnehmen, sondern jeden einzelnen Überflug mit Lärm-Spitzen bis zu 85 Dezibel, von morgens kurz vor 5 Uhr bis spät in die Nacht, oft im Abstand von Minuten, jeden Tag, werktags wie feiertags, bei schlechtem Wetter wie am 13.März gerne auch mal bis 1.30 Uhr in der Früh.
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident: Da wir der Ansicht sind, dass die Bevölkerung sachlich und objektiv informiert werden sollte, versenden wir dieses Schreiben als offenen Brief.
Für die Arbeitsgruppe Nachtflüge der Bürgerinitiative Sachsenhausen
Martin Hertel

7 Gedanken zu „Offener Brief an Herrn Bouffier aus dem “nachweislich leiseren” Sachsenhausen

  1. Diese Fluglärm-Küsser, leben nach dem Motto:
    First we take Mainhatten an then we take Berlin!

    Das ist wieder mal ein quälendes 08/15-Statement unseres MP und die Leser glauben diesen Quatsch.

    Zum Mitraten:
    Dort ist es nachweislich leiser geworden….
    Tatsächlich? Wo bitte ist denn dort?

    Das ist auch in anderen Bereichen so…..
    Wie schön, das freut uns sehr! Nur um welche Bereiche genau geht es?

    Wir sind noch nicht da wo wir hinwollen….
    ja, natürlich! Wo soll’s denn eigentlich hingehen?

    Stück für Stück ist es leiser geworden…..
    Nein! Ist es nicht!
    Hoffentlich kommt dem MP aber Stück für Stück sein Posten abhanden.

    Dank an die Sachsenhäuser AK “Nachtflüge” Sehr gute Arbeit.

  2. Ich sag nur: Ostwind! Seit Tagen wieder Dauerbeschallung im 30 Sec. Takt gen Osten u. Südosten. Im Feb. ca. 10 Tage hintereinander! Wird die Startbahn West genutzt, dann gehen die Landungen los. Herr Bouffier Sie sind ein Sklave der Luftfahrtindustrie u. d. Lakei der Fraport! Leute wählt diesen Lügenbaron im Sept. ab!

  3. Wenn ein Lakai der Luftfahrtindustrie formuliert, er wolle „einen fairen Interessenausgleich zwischen den betroffenen Anwohnern und der Zukunftsfähigkeit des Flughafens“, dann schaltet ein funktionierender gesunder Menschenverstand sofort in den Alarmzustand und denkt an die Mediation, bei der die Menschen arglistig getäuscht wurden.
    In der Presseerklärung vom 1. März 2013 heißt es, dass mit der Allianz für Lärmschutz „sehr gute Voraussetzungen geschaffen wurden, um die Lärmbetroffenheit der Anwohner deutlich zu reduzieren“.
    Und man tönt dann weiter, dass 10 von 19 Maßnahmen des aktiven Lärmschutzes bereits umgesetzt wurden und es „dadurch bereits wesentlich leiser“ geworden sei. Wer sich der Mühe unterzieht, einschlägige Fachliteratur zum Thema „Aktiver Lärmschutz“ zu lesen, wird sehr schnell feststellen, dass fast alle diese Maßnahmen, bezogen auf den Flughafen Frankfurt, der sich immer weiter in eines der größten Ballungsgebiete Deutschlands hineinfrisst, nichts als Alibiaktionismus sind. Wer unter der Endanfluglinie liegt, wird von keiner dieser Maßnahmen profitieren.
    Bouffier und seine Vasallen sollten endlich begreifen: Es gibt keinen leisen Flughafen, es gibt allerdings Flughäfen die klug, weitab der Bewohnung gebaut werden und damit die Menschen nicht krank machen – Frankfurt gehört gewiss nicht dazu.
    Wer so, wie die hessische Landesregierung, die leidgeplagten Menschen versucht für dumm zu verkaufen, gehört bei der nächsten Wahl bestraft.
    Schicken wir sie in die Wüste – zu einem leiseren Flughafen :-)

  4. Mit dieser Sichtweite wird der Min. Präsident hoffentlich niemanden überzeugen können. Das ist ein Schwall Unfug. Seit eineinhalb Jahren kommen nur unlogische und unrealistische Sätze aus dem Mund des Herrn Bouffier und nun auch noch verzweifelte Versuche vor der Wahl das Image aufzupolieren. Es wird einfach viel zu viel und wendungsreich geredet und nicht gehandelt. 1,5 Jahre Showdown und nichts hat sich geändert. In Deutschland wird schon lange Handaufhalten belohnt und nicht Leistung. Ob das Zukunft hat?
    ES IST ZU LAUT – DIE BAHN MUSS WEG

  5. So ist das, wenn “Wahn” mit in die Wege gelegt wurde und der Unterschied zwischen Himmel und Hölle nicht wahrgenommen werden kann.
    So manch einer wird morgens nicht mehr in den Spiegel schauen, weil er in seinem Gesicht den Wahnsinn sieht.

  6. In die WIEGE gelegt – so isses richtig :-)

    Und in meinem Gesicht ist nur noch Müdigkeit zu erkennen. Da vergeht mir das Grinsen doch glatt. Schöne Ostern.

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