Nicht gelungen, Planung plausibel zu verteidigen

„Nicht gelungen, Planung plausibel zu verteidigen“
Bürgermeister Brehl hält wegen vieler unklarer Punkte eine Wiederholung der Offenlegung und der Erörterung für nötig Mörfelden-Walldorf. „Es gibt eine ganze Reihe von Punkten, die von Fraport aufgearbeitet werden müssen und eine Wiederholung der Planungsoffenlegung und -erörterung erfordern.“ Das hat Doppelstadt-Bürgermeister Bernhard Brehl bei einem Pressegespräch mit Blick auf den in der vergangenen Woche zu Ende gegangenen Erörterungstermin zum geplanten Ausbau des Frankfurter Flughafens deutlich gemacht. Dem Flughafenbetreiber sei es nicht gelungen, seine Planung plausibel zu verteidigen.
Seine Auffassung begründete Brehl anhand von vier Beispielen. So sei angesichts von Billigfluglinien, die Regionalflughäfen nutzten, und der Strategien der Lufthansa (Entwicklung bei der A 380-Werft) völlig unklar, wie der Bedarf an künftigen Flugbewegungen tatsächlich aussehe. Eindeutig dokumentiert sieht Brehl, dass die beabsichtigte Planung wesentlich mehr Flugbewegungen ermögliche als Fraport angebe. Eine Simulation der Aktion „Zukunft Rhein-Main“ zeige, dass mit dem heutigen System 570 000 Bewegungen und 900 000 mit Nordwestbahn und Terminal 3 technisch möglich seien. Daraus ergebe sich, dass eine weitere Bahn nicht erforderlich sei. Sollte sie trotzdem genehmigt werden, müsse dies mit einer Lärm- und Flugbewegungsbegrenzung verknüpft werden, um die betroffene Bevölkerung z schützen.

Völlig unzureichend – hat der Erörterungstermin aus Brehls Sicht gezeigt, ist das Lärmschutzkonzept von Fraport. Das habe auch das Urteil des Leipziger Bundesverwaltungsgerichts zum Flughafen Berlin-Schönefeld gezeigt, das dem Schutz der Nachtrandstunden besondere Bedeutung beigemessen und aktive Schutzmaßnahmen verlangt habe. Fraport mache das genaue Gegenteil, konzentriere alle bisherigen Nachtflüge auf die Randstunden und wolle die Region mit Schallschutzfenstern abspeisen. Deutlich machte Brehl in diesem Zusammenhang, dass das in der Mediation vereinbarte Nachtflugverbot gegen die Interessen der Lufthansa durchgesetzt werden müsse. Weil es hier um Glaubwürdigkeit von Politik gehe, habe die Frage eine hohe gesellschaftliche Bedeutung.

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