Lärmmesungen an der Friedrich-Fröbel-Schule

Am Dienstag, den 31.7., gegen 11 Uhr trafen sich auf dem Hof der Friedrich-Fröbel-Schule auf Ein­ladung von Bildungsdezernentin Sarah Sorge sie selbst, ihre Referentin, der stellvertre­tende Schulhausverwalter,  Eltern- und Lehrervertreter, zwei Mitarbeiter des Hochbauamtes und Vertreter des Ingenieur­büros, das im Auftrag der Dezernentin bzw. des Hochbauamtes an diesem Tag Lärmmessungen an der Schule durchführte.

Tags zuvor hatte eine entsprechende Veranstaltung an der Martin-Buber-Schule stattgefunden. Die Hessenschau und die FR (Druckausgabe vom 31.7.2012, S. F7) berichteten darüber. Auch an der Grunelius-Schule werden Messungen durchgeführt (Lärmmessung auch in Oberrad, FNP vom 1.8.2012). Es wurde versprochen, die Auswertung der Ergebnisse der Schule bei Zeiten mitzu­teilen.

Gemessen wurde (bei Westwind, jeweils ca. ein/zwei Stunden) im Grunde nur der Dämmwert der Fassade im ersten Klassenraum links im ersten Stock und – auf Anregung des Lehrervertreters – im Musikraum, dessen Fenster direkt nach Süden zeigen. In den Räumen des Hortes „Caribu“ wurde nicht ge­messen, weil der Lärm der wenigen anwesenden Kinder und der erhebliche Nachhall die Ergebnisse verfälscht hätte. Nur wenn das Gebäude bei geschlossenen Fenstern weniger als 30% des Schalls abhalten würde, wären bauliche Maßnahmen erforderlich. Der Vertreter des Hochbauamtes gab die vorläufige Einschätzung ab, dass die Fassade den bauli­chen Anforderungen vermutlich genügen wird und es daher eher um Lüftungsmaßnahmen bzw. Kli­matisierung der Unterrichtsräume hinauslaufen werde.

Konkrete Maßnahmen sind nach Einschätzung von Frau Sorge kurzfristig nicht zu erwarten und ste­hen unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit.

Frau Sorge betonte im Verlauf des ca. halbstündigen Gesprächs mehrfach, dass sie selbst Jahre lang gegen den Ausbau gekämpft habe, als (ehemalige) Anwohnerin des Sachsenhäuser Berges und Mutter einer Martin-Buber-Schülerin die Lärmbelastung in der neuen Einflugschneise kenne. Aber die Flugzeuge seien nun mal da, und man müsse das Beste aus der Situation machen. Sie als Bildungsdezernentin habe die Pflicht, auf die Lärmbelastung in den Schulen zu reagieren und deshalb die Messungen veranlasst.

Sie wiederholte auch ihre schon in der Presse wiedergegebene Wahrnehmung vom Vortag, dass es in der Martin-Buber-Schule leiser sei, als sie vermutet hatte. Selbst in ihrer ehemaligen Altbauwoh­nung sei es lauter gewesen. Allerdings sei es bereits nach zehn Minuten in dem Klassenraum so sti­ckig geworden, dass man die Fenster öffnen musste.

Eine Elternverteterin wieß darauf hin, dass schon vor Jahren an der Friedrich-Fröbel-Schule Nachhallzeiten gemessen wur­den, die Schallschutzmaßnahmen geböten. Hierzu äußerte sich Frau Sorge nicht. Später empfahl ein Mitarbeiter des Hochbauamtes zusammen mit der Schulleitung beim Stadtschulamt wegen der Raumakustik aktiv zu werden.

Eltern- und Lehrervertreter wiesen darauf hin, dass die Lärmsituation bei geöffnetem Fenster bzw. im Freien Ausgangspunkt der Überlegungen sein müssen und deshalb nur eine Stillegung der Lan­debahn, eine ordentliche Nachtruhe und eine Reduzierung und Begrenzung der Flugbewegungen Ziel des gemeinsamen Handelns sein können. Frau Sorge entgegnete, dass die Wahlergebnisse solches Handeln bisher nicht zulassen, sie aber durchaus mit (direkt gewählten) Ausbaubefürwortern wie Boddenberg über Maßnahmen streite.

Frau Sorge wurde an die wissenschaftlich belegten Bildungsnachteile von Kindern erinnert, die in der Einflugschneise aufwachsen müssen, und nach Ihrem konkreten Handeln gefragt, z.B. in der Frage der Nominierung des neuen Oberbürgermeisters oder der Umweltdezernentin in den Aufsichtsrat der Fraport AG. Erster fordert ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr, letztere hat sich im Wahlkampf für die Stillegung der Nordbahn ausgesprochen. Frau Sorge antwortete, dass diese Entschei­dung gemeinsam im Magistrat getroffen wird, machte keine Angaben zu ihrem eigenen Verhalten, deutete aber an, dass sie sich Herr Feldmann sehr gut im Aufsichtsrat vorstellen könne.

Ein Gedanke zu „Lärmmesungen an der Friedrich-Fröbel-Schule

  1. Man rudert doch vorwärts!
    Die lassen aber auch nichts unversucht, missachten und verachten, haben den Boden zur Realität verloren. Denker ruinieren im Galopp.

    Das ist ein Fall für eine Groß-Demo m. brüllenden Kids. Auf keinen Fall abnicken und Mund halten. Verwantwortung zwingt zum Handeln.

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