Guten Morgen, Frankfurt

Früher Verkehr auf Rhein-Main

Früher Verkehr auf Rhein-Main.
Quelle: UNH

Ein Bildschirmvideo des Umwelthauses zeigt, dass die Nacht im Rhein-Main-Gebiet schon lange vor fünf Uhr zu Ende ist.

Zum Ansehen klicken Sie bitte auf das Bild.

Auf der Internetseite http://casper.umwelthaus.org/dfs/ kann man sich sehr schön die Flugbewegungen rund um den Frankfurter Flughafen ansehen. Mit der Replay-Funktion kann man sich auch bequem den allmorgendlichen Weckdienst in bunten Bildern und im Zeitraffer anschauen.

So z.B. am Mittwoch, den 23.1.2013: Bereits um 4.35 Uhr überquert das erste Flugzeug Lorch am Rhein. Um 4.40 Uhr erreicht es Wiesbaden und um 4.45 Uhr Frankfurt. Bereits um 4.51 Uhr drehen zahlreiche Maschinen Warteschleifen über dem Rhein-Main-Gebiet, um gegen 4.55 Uhr über Hanau in den Endanflug überzugehen. Danach ist Rush-Hour auf Rhein-Main!

Zieht man in Betracht, dass in der selben Nacht gegen 1 Uhr ein Flugzeug von der Startbahn West Richtung Nürnberg gestartet ist und um 2.22 Uhr ein Jumbo B744 aus Tokio auf der Centerbahn gelandet ist, wird man wohl kaum mehr von einem Nachtflugverbot sprechen wollen.

Ausnahmen? Keineswegs. Seit 1.Januar gab es bereits 3486 nächtliche Starts und Landungen, davon 135 Flugbewegungen in der Kernnacht zwischen 23 und 5 Uhr. Das macht im Schnitt knapp 3 angeblich verbotene Flüge in jeder Nacht.

Schon in ihrem ersten Jahresbericht für 2012 hat die Arbeitsgruppe Nachtflüge nachgewiesen, dass die geltenden Nachtflugbeschränkungen durch zahlreiche Ausnahmegenehmigungen umgangen werden. Bis 24 Uhr dürfen verspätete Flüge ohne Weiteres landen. Deshalb fordern wir ohne wenn und aber: Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr, Schließung der Landebahn, Reduzierung der Flugbewegungen, kein weiterer Ausbau!

 

8 Gedanken zu „Guten Morgen, Frankfurt

  1. Man kann diese klaren Forderungen nur unterstützen. Heute gab es ein Treffen in Niederrad mit einem Politiker der den Ausbau befürwortenden Fraktion. Es ist einfach nicht zum Aushalten mit welcher Arroganz und Kaltschnäuzigkeit hier ein Projekt gegen die Interessen der Bürger dieser Stadt Frankfurt durchgezogen wird. Das ist die gleiche Sorte Mensch welche uns die Atomkraftwerke hingestellt hat, die wir jetzt unter einem Milliarden Aufwand wieder abreißen müssen. Daran werden noch unsere Enkel abbezahlen, von wegen billiger Energie. Meine Enkel sollen nicht sagen dürfen “Wo warst Du und warum habt ihr dagegen nichts gemacht?” Diese Politiker sind gemeingefährlich und wir sollten sie für die Folgen ihrer Taten haftbar machen können.

  2. Ich unterstütze das mit voller Kraft, was Herr Schmidt da sagt. Auch wir hier im Berliner Großraum kennen die großmannssüchtige Arroganz der Politiker, die nur daran interessiert sind, sich ein Denkmal zu setzen und der Wirtschaft zu dienen (warum wohl??? – ein Schelm, der Böses dabei denkt; siehe Schröder und Gazprom oder Koch und Bilfinger usw. usf.!!!), koste es, was es wolle. Diese Politiker gehen sogar über Leichen, und was anderes ist es denn, wenn durch den unsäglichen Fluglärm Menschen letztendlich an Bluthochdruck erkranken und dann an Herzversagen oder Schlaganfall sterben! Da helfen nur gemeinsame, konzertierte Aktionen gegen diese Menschenfeinde. Lasen Sie uns in diesem Sinne zusammen stehen und kämpfen, damit uns unsere Enkel dann eben nicht fragen müssen: Wo warst Du damals, und was hast Du dagegen getan, daß diesen Politgangstern das Handwerk gelegt wird?
    Aus Mahlow grüßt freundlich und kämpferisch
    Ulrich Fischer

  3. Nur um kurz auf die “3 angeblich verbotenen Flüge in jeder Nacht” einzugehen: von den 135 Flugbewegungen waren 93 Flüge Verspätungen wegen Enteisung, also einer absolut sicherheitsrelevanten Maßnahme. Von März bis November ist mit derartigen Verspätungen in der Praxis nicht zu rechnen, was bis November den Schnitt pro Nacht automatisch wieder um knapp 2 senken wird.

    13 der 135 Flüge waren medizinische Hilfsflüge (so auch in der Nacht vom 22.1. auf 23.1.), die Sie hoffentlich hier auch nicht in Frage stellen.

    • 93 Flüge in der Kernnacht waren Verspätungen wegen Enteisungen!
      Soll das wirklich ein ernsthaftes Argument sein als Entschuldigung für die Störung der Nachtruhe von weit mehr als 100.000 Bürgern?
      Dass es im Winter auch hier Frosttemperaturen gibt, sollte sogar Fraport und der Genehmigungsbehörde klar sein. Entsprechend sind im Winterflugplan für die Monate Dez. – März notwendige Zeitreserven zu planen. Wäre doch normal! Oder gestalten Hilfskräfte von BER am hiesigen Flugplan mit. Oder geht es wieder nur ums liebe Verdienen auf Kosten der so undankbaren Bevölkerung. Auch Fraportarbeitnehmer können sich nicht bei H. Dr. Schulte für das “Zuspätkommen” entschuldigen, weil sie die Windschutzscheibe am Auto enteisen mussten.

      • Herr Bender , ich stimme Ihnen 100% zu.
        Wer sich mal die Mühe macht bei der hess. Landesregierung Akteneinsicht in verbotenen Nachtflüge zu beantragen, der wird erschreckendes (aber nicht verwunderliches) feststellen.
        Ich habe die Genehmigung erhalten im Oktober vergangenen Jahres die Akten von 11 verbotenen Nachtflügen im Juli 2012 (26 hatte ich beantragt!!!!) einzusehen.
        Bei all diesen verbotenen Nachtflügen lag die Faxzeit im Kopf des Antrages an die Genehmigungsstelle 2 und mehr Stunden nach dem verspäteten Start!!! Die Genehmigung war dann ein Stempel auf dem Fax, mit dem Grund den auch die Airline angegeben hat, allerdings enthielt dieser Stempel weder Uhrzeit noch Namen des Genehmigers.
        Von der Genehmigungsbehörde wird das gemacht, was wir alle schon vermuteten, es wird einfach durch-gewunken und kontrollierbar oder nachvollziehbar ist gar nichts.
        Etwas anderes hätte ich von dieser Landesregierung auch nicht erwartet.
        Wahltag ist Zahltag für diese Lügner.

  4. im Süden von Frankfurt lebt man oft bereits schon vor 5.00 Uhr wie UNTER einer Autobahn, auch am Wochenende ist die Nachtruhe dann vorbei, dann folgen 18 Stunden Dauerlärm. Das kann so einfach nicht bleiben! Ausschlafen, in Ruhe frühstücken? Fehlanzeige, manist nur noch genervt.
    Keiner der Fluggäste, die den Airport FRA lediglich als Umsteigeflughafen nutzen, denkt dabei nur eine Minute an den Lärm, an die Umweltzerstörung. Diese Umsteiger verweilen noch nicht mal in Frankfurt. Es geht hier um Lande- und Startgebühren, schnelle Kasse machen, wie im Supermarkt. Das ist Fraport! Die Menschen die ihre Gesundheit dafür opfern müssen, sind unseren Politikern und Fraport doch scheiss-egal.
    Und gegen Hilfsflüge hat kein Mensch etwas, darüber muss man eigentlich gar nicht reden, aber man sollte sie auch nicht ständig als Ausrede für 2 cm Schnee benutzen. Dieses Argument wird auch irgendwann unglaubwürdig.

  5. Diese Zeichen stehen auf Sturm.
    Wegen Spionagegefahr durch Geimdienste (= aufmerksame Bürgerinitiativen ;-) gibt es für Krethi und Plethi in Wiesbaden ab 23.00 Uhr noch noch eine Stempelvollmacht und keine Unterschriftenvollmacht mehr.

  6. Und genau deshalb ist die Bezeichnung Nachtflugverbot völlig daneben. Es gibt kein Nachtflugverbot, da ja ständig die Nacht mit Lärm unterbrochen wird und mehrmals zum Tag gemacht wird. Außerdem beginnt die Nacht um 22.00 Uhr und sollte nicht vor 6.00 Uhr enden. Schon mal an die Menschen gedacht, die nachts arbeiten und tagsüber schlafen müssen, bei dem Lärm!! Was für eine Demütigung, Stresserkrankungen durch Fluglärm und Schlafentzug in Kauf nehmen zu müssen, dafür noch brav in die Staatskassen buttern, damit die Polit-Cliquen in ihren Villen in Ruhe ohne Fluglärm im Grünen leben können. Super. Deutschland wird immer sozialer. Warum die Genehmigungen nur einen Stempel und keine Unterschrift haben ist schon merkwürdig, oder auch nicht, weil dort mit Leib und Seele gestempelt wird.

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