“Goldesel” oder “heilige Kuh”?

Christoph Franz jammert. Er glaubt, dass seine Branche ungerecht behandelt wird. Die Politik habe die Luftverkehrsbranche schwer beschädigt und wünscht sich jetzt deshalb Hilfe für seine Branche.Wie es scheint, hält er seine Branche für etwas ganz besonderes.  Mit üblichen Massstäben darf eben diese wohl nicht gemessen werden.

Er meint, Abgaben, Gewerkschaften, Nachtflugverbote, ausländische Konkurrenz und hohe Kosten an Flughäfen würden sein Geschäft über Gebühr belasten. Er vergisst, dass Steuern, Abgaben, Gewerkschaften, Konkurrenz und Beschränkungen zum Schutz der Bevölkerung und der Umwelt in unserem Wirtschaftssystem eine Selbstverständlichkeit ist. Wieso soll dies für die Flugindustrie anders sein?
Er scheint zu glauben, dass seine Branche etwas besonders positives für die Gesellschaft leistet, wenn er sagt, die Branche sorge für die “….Chancen für mehr Wohlstand”.  Diese Selbsteinschätzung sollte man hinterfragen.

Soll die Politik den Unfug der Billigfliegerei auch noch unterstützen? Fährt man mit dem eigenen Auto zu einem Urlaubsziel im eigenen Land oder zu einem Ziel im benachbarten Ausland, so werden meist nicht mehr als zwei Tankfüllungen, sagen wir 120 Liter verbraucht. Der Urlauber zahlt an diversen Steuern somit rund 100 Euro für die Urlaubsfahrt. Nach der Wahl wird sicher noch eine Maut fällig werden.

Wählt die Familie, Eltern und zwei Kinder, ein Ziel in Ägypten werden über 800 Liter verbraucht und die kleine Reisegruppe zahlt keine Steuern. Nun ist Fliegen bekanntlich die klimaschädlichste Art der Fortbewegung überhaupt. Nicht, dass für den Urlaub 6 mal mehr Treibstoff verbraucht würde, der Klimaschaden beläuft sich auf das 20 fache im Vergleich zu einem Ziel das normalerweise mit zwei Tankfüllungen zu erreichen wäre.

Der Reisende sorgt Im Urlaubsort für Arbeitsplätze und Umsatz. Liegt der Urlaubsort im Ausland mag das gut sein. Liegt der Urlaubsort in Deutschland, ist es für die Wirtschaft sicher besser.

Leistet die Fluglogistik im Vergleich mit den LKW Spediteuren einen wertvolleren Beitrag für die Gesellschaft? Immerhin betreibt diese Branche 2,5 Millionen LKW und beschäftigt sicher ebenso viele Fahrer.

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