Braucht FRA ein “Fan Club” ?

„Ja zu FRA!“ ist: “Eine Initiative für den Luftverkehrsstandort Frankfurt.”  Fraport, Lufthansa und Condor sind die Initiatoren dieser Imagekampagne. Sieht man sich die Kampagne an merkt man, es stimmt. Diese drei Firmen geben vor, selbstlos das Image ihres Betriebstandortes verbessern zu wollen. Wie sonst sind diese Aussagen zu verstehen? Wer außer der Fraport Clique ist in der Lage eine Verbindung zwischen Apfelwein, Big Apple und dem Flughafen herzustellen? Kein Mensch möchte das Tor zur Welt zuschlagen wie es Fraport auf Plakaten zu suggerieren versucht. Besonders sehenswert ist der Kinospot. Er erklärt unter anderem, dass der Frankfurter Flughafen solange gebraucht wird wie Touristen nicht mit dem Fallschirm abspringen und Geschäftsreisende nicht mit dem U-Boot anreisen können. Spätestens nach dem Film stellen sich drei Fragen:

  • Wer um Gotteswillen stellt den Flughafen in Frage?
  • Welche Klientel will Fraport mit diesem Schwachsinn erreichen?
  • Wieso reagiert Fraport nicht auf die Probleme der Bürger, sondern kämpft stattdessen gegen selbst erfundene Angriffe?
Vermutlich will Fraport eine Verlagerung des Themenschwerpunktes erreichen um nicht mit alten, inzwischen unhaltbaren Themen und Behauptungen konfrontiert zu werden. Um politisches Gewicht zu erreichen möchte man wohl eine besondere Art von Bürgerbewegung schaffen, die unreflektiert die Argumente der Fraport vertritt. Fraport weiss, dass sie auf Dauer niemals eine kritische Bürgerinitiative für ihre Machenschaften instrumentalisieren kann, deshalb versucht sie es mit einer Art “Airport Fan Club”. Anzeichen dafür gab es bereits in der Vergangenheit. Erinnern wir uns an die Plakatwerbung mit der Aussage: “Die Eintracht darf nicht absteigen und der Flughafen auch nicht”.  Nicht angestrebt wird ein Fan Club der das Fraport Betriebsgelände als solches sieht. FRA soll als Gefühl wahrgenommen werden:  Wir, unser Flughafen, wir haben den Grössten, wir lieben ihn, tolle Technik, Urlaub und “der Duft der großen weiten Welt” also „Ja zu FRA!“ ?
Ob sich der Plan in einen politischen Erfolg ummünzen lässt wird sich zeigen.
Vermutlich muss Fraport viel “Freibier” spenden sonst grölen die Fans auf Dauer lieber bei der Eintracht. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Fraport-Plan nicht aufgeht. Siehe die Fehleinschätzung  zum Standort der Ticona.
Im neuen Jahr müssen wir beharrlich unsere Fragen stellen:
  • Brauchen wir Grössenwahn oder ein Flughafen der in die Region passt?
  • Ist wirtschaftlicher Erfolg wichtiger als die Gesundheit der Bevölkerung?
  • Wenn Fraport mit vielen hundert Kilometer entfernten Flughäfen wie dem neuen Wüstenhub konkurriert, weshalb muss die Erweiterung dann ausgerechnet in einem sehr dicht besiedelten Gebiet stattfinden?
  • Wo bleiben eigentlich die versprochenen 100 000 Arbeitsplätze? Verlagerte Arbeitsplätze zählen nicht mit.
  • Ebbelwoi passt zu Frankfurt. Der Flughafen passt leider nur zu Big Apple! Kommt die Erkenntnis im neuen Jahr?

5 Gedanken zu „Braucht FRA ein “Fan Club” ?

  1. Fraports Werbung erinnert an den Unterschied zwischen Florenz und Neapel: In Florenz kostet ein Eis mit 3 Kugeln und Sahne 6 Euro, in Neapel kostet ein Eis mit 3 Kugeln und Sahne 5 Euro, der Unterschied ist, dass in Neapel KEIN Eis unter der Sahne ist.
    So wird Neapel regiert.
    Mit “Ja zu Fra” bekleckert sich ein Kathastrophenmanagement mit Ruhm.

  2. Dazu paßt, dass innerhalb von einem Monat die “Likes” auf facebook für Fraport sich von 75.000 auf 100.000 gesteigert haben. Wer soll das glauben? Wir jedenfalls nicht. Fraport wird schon noch feststellen,dass man mit Geld nicht alles kaufen kann.

  3. Zwangsneurotiker FRAport, LH und Condor missbrauchen jetzt schon unser Stöffche, noch nicht mal mehr vor unserem Ebbelwoi haben die Respekt. Erfahrungsgemäß muss man davon ausgehen, daß aus purer “Nächstenliebe” beim JAzuFRA-Gedöns auf Werbespots zum Absiedlungs- u. Menschenvertreibungs-Programm der Flörsheimer verzichtet wurde. Keine Spur einer Entschuldigug an die Menschen, die für diese Selbstsüchtigen von acs, Hotels und Taxifahrern 18 Stunden täglich ihre Nerven und ihre Gesundheit opfern. Diese nicht betroffene ahnungslosen Personen sollen erst mal an 365 Tagen im Jahr in unseren Schuhen stecken – und dann urteilen bevor sie uns ins Gesicht spucken.
    Das Wohlstands-Niveau am FRA-Airport lautet: viele Flieger am Himmel, viel Essen auf Tisch, Sätze aus dem Mund eines armen Hungerlohn-Empfängers aus??
    Zu viel Fluglärm macht Frankfurt häßlich und abweisend, unattraktiv.
    Es ist zu laut!

  4. Das sind keine echten “Likes”.
    Diese fragwürdige Agentur wurde mit aller Wahrscheinlichkeit auch mit den JaFra-Klicks beauftragt. Jeder einzelne Facebook-Klick wird von Fraport bezahlt. Das könnte z.B. mittels studentischer Unterstützung auf Rechnung geschehen.
    Wer wird wohl die OB Villa auf dem Lerchesberg kaufen? Wird hier wirklich ein Investor gesucht oder gibt es den vielleicht schon und für uns schon die nächste Lektion? In 2 Jahren steht dann in der Zeitung *für diese Familien ist Fluglärm kein Thema*.

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