Fluglärm ist eine heimtückische Umweltbelastung

Lesen sie einen Aufsatz von unserem BIS-Mitglied Prof. Dr. med. Ernst-H. Scheuermann

Fluglärm ist eine heimtückische Umweltbelastung. Ihre  gesundheitlichen Folgen – insbesondere Erkrankungen  des Herz- und Kreislaufsystems –  manifestieren sich erst nach  Jahren und Jahrzehnten. Bereits der Mediationsbericht zum Flughafenausbau vor 10 Jahren  wies auf die gesundheitlichen Risiken des Fluglärms hin, die weitere Erforschung dieser Zusammenhänge wurde als notwendig erachtet. Heute lassen die Ergebnisse mehrerer internationaler Studien die Aussage zu: Fluglärm gefährdet die Gesundheit, Fluglärm kann tödlich sein.

Im Falle der Inbetriebnahme einer weiteren Landebahn des Flughafens RheinMain wird die Fluglärmbelastung einer seit alters her dicht besiedelten Region erheblich zunehmen.  Damit wird mit aller Nachhaltigkeit den hier lebenden Menschen und vor allem den Kindern die gesunde Lebensgrundlage entzogen.

Seit Jahren fordern die Bürger dieser Region  vergeblich die Vorlage wissenschaftlich fundierter Daten zu den gesundheitlichen Folgen der Fluglärmbelastung. Sie wurden ihnen vorenthalten. Stattdessen wurde  mit groß angelegten PR-Kampagnen  von diesem für die Menschen existentiellen Kernproblem abgelenkt – eine dem mündigen Bürger gegenüber verantwortungslose und menschenverachtende Haltung.

Der Gipfel der Heuchelei  und Verlogenheit ist die geplante Lärmwirkungsstudie, deren Ergebnisse einige Jahre  nach der Inbetriebnahme der neuen Landebahn erwartet werden . Eine ähnliche Studie  war bereits 2003 vorgesehen aber nicht durchgeführt worden. Ihre Ergebnisse hätten den Flughafenausbau verzögern oder gar gefährden können.

Jetzt dient die medienwirksame Präsentation der Studie der Manipulation der Bevölkerung.  Die Inbetriebnahme der neuen Landebahn steht bevor, die bereits schon jetzt unter dem Fluglärm leidende Bevölkerung muss mental auf das Schreckensszenario einer massiven Zunahme der Lärmbelästigung vorbereitet werden.  Die Studie soll den Anschein der Fürsorglichkeit für die Menschen erwecken und den  Eindruck vermitteln, die  zu erwartenden schwerwiegenden Belästigungen und gesundheitlichen Folgen könnten mit ihrer Hilfe abgemildert werden.

Der mündige Bürger wird nicht aufgeben, für sein Recht auf körperliche Unversehrtheit zu kämpfen.

 

 

Prof. Dr. med. Ernst-H. Scheuermann

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