Ein Kommentar zu den Meßergebnissen am Lerchesberg

Schon die Einrichtung der Meßstation wurde von Herrn Lanz und Frau Puttrich kommentiert, das man dies tue, um die besorgten Bürger zu beruhigen. Ergebnisse, die eine Schadstoffbelastung ergeben würden, erwarte man nicht. Mit einem Wort: die Leute sind hysterisch, also machen wir es, es kommt eh nichts dabei raus. Das Ergebnis wundert mich daher nicht.
Ein genauer Blick auf die Messungen zeigt auch, warum:  Gemessen wurden nur die Feinstaubpartikel mit einem Durchmesser von 10 Mikrogramm. Die gefährlichen Feinstäube von 2,5 Mikrogramm, die direkt in die kleinsten Bronchien und Lungenbläschen gehen und die Blut-Hirnschranke durchbrechen wurden nicht separat erfaßt. Die Messungen sagen auch nichts über den Inhalt der Staubpartikel aus. Gemessen werden müßte, welche chemischen Verbindungen sie enthalten. Unzweifelhaft steigt die Konzentration der Stickoxyde ( No2) durch das zusätzliche Flugaufkommen über den Frankfurter Süden signifikant an. Das geht auch aus den Gutachten von Fraport zur Flughafenerweiterung und Stellungnahmen der Stadt Frankfurt eindeutig hervor.( Belastung ist 5 mal höher als in unbelasteten Gebieten). Daraus läßt sich im Rückschluß berechnen, wieviel Nitrate eingeatmet werden. Das hat Prof. Dudziak zu der Aussage veranlaßt, dass es sich hier um eine chronische Vergiftung der Bürger handelt. Es gab dazu in der ärztlichen allgemeinen ein Sonderheft nur zu diesem Thema.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die Tatsache, dass nur im 1/2 Stunden Abstand gemessen wird. Da kommt man zu verharmlosenden Mittelwerten. ( Gleiche Problematik beim Lärm, Durchschnittsbelastungen und Einzelschallereignisse.) Es ist davon auszugehen, dass die Belastung bei einem Überflug hoch ist und  dann zwischen den Flügen wieder abnimmt.
Soweit meine Kritikpunkte. Mein Fazit: Bei der Meßmethode und dem Design hat man schon dafür gesorgt, dass das Ergebnis paßt.
Ansonsten verweise ich auf Prof. Dudziak selbst, der sowohl die Fraportgutachten zu den Schadstoffbelastungen als auch die aktuellen Meßergebnisse vom Lerchesberg , die ja einsehbar waren, untersucht hat. Er ist der Fachmann.
Ursula Fechter

4 Gedanken zu „Ein Kommentar zu den Meßergebnissen am Lerchesberg

  1. Es war zu erwarten. Leider wird sich der Artikel in der FAZ im Kopf der Nichtbetroffenen festsetzen. Habe heute schon 2 Kommentare von Kunden dementsprechend gehört. Schade, dass wir keine eigene Station eingerichtet gaben.

  2. Ich möchte auf den Kommentar von Berthold Fuld auf BIS-Discuss verweisen:
    Berthold Fuld ergänzt: “Was nicht gemessen wird, sind Tröpfchen-Emissionen (unverbranntes Kerosin); es gibt etliche Hinweise, das es relativ schnell den Boden erreicht. Man sollte daher Kerosinmessungen möglichst nah an den Anflugstrecken und fern von Straßen durchführen.”

  3. Eigentlich sollten alle BIs diese Desinformationsgeschichten vom HLUG in der Öffentlichkeit schroff zurückweisen.
    Emissionen aus Flugzeugtriebwerken liegen alle im ultrafeinen Bereich, also kleiner 100 Nanometer. Mit den Kennwerten PM10 (kleiner 10.000 Nanometer) und auch PM2,5 sind keine seriösen Aussagen zum Bereich der ultrafeinen Partikel (UFP) möglich.
    Bestimmt man gezielt die UFP, so findet man auf dem Lande 2.000-4.000 Partikel/cm³, in Innenstädten ca. 10.000 Partikel/cm³.
    Die Berufsgenossenschaft für Handel und Warendistribution hat 2012 auf dem Fraport-Vorfeld 120.000 Partikel/cm³ gemessen, ältere Messungen fanden dort bis zu 700.000 Partikel/cm³, andere Veröffentlichungen geben sogar 1.580.000 Partikel/cm³ auf dem Flughafen an.
    Die Konzentration ultrafeiner Partikel (UFP) liegt demnach bis zu 523-fach über der auf dem Lande. …….. und man sollte beachten:
    Es gibt kaum eine Veröffentlichung, die sich mit den gesundheitlichen Aspekten des Feinstaubes befasst, die dem UFP nicht eine ganz besondere Gefährlich bescheinigen!

    Wer mehr Informationen zum Thema möchte, bitte melden > woscmz@web.de

  4. Fr. Dr. Fechter bringt es auf dem Punkt:
    Bei der Meßmethode und dem Design hat man schon dafür gesorgt, dass das Ergebnis paßt.

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