Wirbelschleppen – Pflicht und Kür

Für wie dumm hält Minister Rentsch die Menschen? Offenbar für sehr stempeldumm, das zeigt die letzte Planergänzung zum Thema Wirbelschleppen.

Dazu ein Beitrag von Karl Fechter, der auch als Leserbrief an die Zeitungen ging:

Nach dem Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau des Frankfurter Flughafens (S. 652 ff) muss man auf Schäden durch Wirbelschleppen Millionen von Jahren warten. Dazu gab es ein  Gutachten.

Offensichtlich hat sich die Realität in keiner Weise an das Gutachten gehalten. Neben den Flugzeugen flogen auch Dachziegeln den Flörsheimern seit der Inbetriebnahme der neuen Landebahn oft genug um die Ohren. Dass das Wirbelschleppen-Gutachten auf falschen Zahlen für die schweren Flugzeuge (Landegewicht geringer als Leergewicht(!)) beruht,  ist durch Untersuchungen vor allem der Initiative gegen Fluglärm Mainz belegt.

Verkehrsminister Rentsch (FDP) hat dann die Planfeststellung  bezüglich Schadensersatz bei Schäden durch Wirbelschleppen ergänzt.

Dass ein offensichtlich falsches Gutachten – kostensparend für Fraport – die Sicherung von Dächern vor der Eröffnung der neuen Landebahn unnötig machte, kann im Rahmen dieses Ausbaus als noch als Pflichtübung angesehen werden.
Minister Rentsch legt für Entschädigungsansprüche einen Stichtag im März 2007 für die Bebauung der Grundstücke  fest. Damals waren die Unterlagen für den Ausbau zum letzten Mal ausgelegt worden. Der Stichtag liegt lange vor der Inbetriebnahme der neuen Landebahn.

Nach der Pflicht nun die Kür:

Er schreibt: “Spätestens ab diesem Zeitpunkt konnten die Betroffenen die Zunahme der flugbetrieblichen Auswirkungen durch die Vorhabensplanung absehen ….”

Ja, was denn nun?

Im Planfeststellungsbeschluss wurde den  Bürgerinnen und Bürger eingeredet, dass keine Gefahren durch Wirbelschleppen bestünden.

Jetzt wirft man Ihnen vor, dass sie diesen Mist auch noch geglaubt haben – und für diese Dummheit möchte Herr Rentsch sie auch zahlen lassen.

Welche Gemeinheit dürfen wir denn erwarten, wenn das nächste Gutachten platzt?

Karl Fechter

2 Gedanken zu „Wirbelschleppen – Pflicht und Kür

  1. Das übliche Theaterstück von Herrn Rentsch. Streng an unsere Demokratie halten, an Gesetz und Ordnung? Fehlanzeige.
    Sorry für dieses Ausdrucksweise: aber der Flughafen dient nur noch als Freudenhaus der Macht. Zum Machterhalt werden Gesetze gebrochen. Alle die an diesem System Reibach machen reagieren nach dem gleichen Motto: egal! Illegal! Scheißegal! Der Spielplatz für Politiker und die ganze Bussigesellschaft besteht nun mal aus Beton, was interessieren Herrn Rentsch davonfliegende Dachschindeln oder der Mega-Lärm über Flörsheim, wo Jets 290 Mtr. über Wohngebiete hinwegdonnern oder auf dem Sachsenhäuser Berg wo der Radau 580 Mtr. über unsere Köpfe hinwegfegt. Die Höhe vom Berg darf mal hier wohl noch abziehen.

  2. Pingback: In 7 Stunden zum Mond | BIS - Bürgerinitiative Frankfurt Sachsenhausen - Rückbau sofort - Nachtflugverbot 22:00- 06:00 Uhr - Kein Terminal 3

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