Presseerklärung der BIS zum Frankfurter Mahnruf

BI_Logo128_2013Bürgerinitiative Sachsenhausen unterstützt  den Frankfurter Mahnruf

Im Rahmen der Veranstaltung zur NORAH Studie, zu der Oberbürgermeister Feldmann nach Niederrad am Montag eingeladen hatte, hat  das Expertengremium des Frankfurter Oberbürgermeisters seinen Frankfurter Mahnruf vorgestellt.

In diesem Mahnruf, der sich vor allem an die Landes- und Kommunalpolitik wendet, werden ein striktes Nachtflugverbot von 22-6 Uhr, die Etablierung von verbindlichen Lärmobergrenzen, die zu einer Reduzierung des aktuellen Fluglärms führen müssen, und die Priorität des Gesundheitsschutzes vor Auslastungsinteressen gefordert.

Oberbürgermeister Feldmann stellte sich an diesem Abend ausdrücklich hinter die Fluglärmgegner und schrieb sich als erster in die Unterstützerliste ein.

„ Wir begrüßen und unterstützen diesen Mahnruf, den wir auch auf unserer Website veröffentlichen,“ so Ursula Fechter,  für die BIS. „  Natürlich decken die Punkte des Mahnrufes nicht alle unsere Forderungen ab“, so Fechter weiter.“ Nach wie vor halten wir vor allem die Schließung der Nord-West-Landebahn, deren Auswirkungen uns jeden Tag plagen, nicht nur für notwendig, sondern angesichts der zurückgehenden Flugbewegungen auch für sinnvoll.

Die über 150 Zuhörer trugen sich am Montagabend in die Unterstützerliste ein. Viele haben sich weitere Listen mitgenommen und wir hoffen auf eine große Unterstützung der Bevölkerung.  Geplant ist, den Mahnruf und die Unterstützerlisten dann sowohl der Landesregierung als auch der Schwarz-Grünen Frankfurter Stadtregierung zu übergeben. Der Text und die Listen können in Kürze von unserer Website abgerufen werden.

Wir haben uns lange genug mit dem Hinweis auf NORAH hinhalten lassen, jetzt ist die Studie da, die Gesundheitsschädlichkeit kann nicht mehr wegdiskutiert werden und jetzt muss die Politik handeln, und zwar sofort“, so Fechter abschließend.


Wenn Sie das Frankfurter Mahnruf Formular ausdrucken wollen um es zu unterschreiben – Klicken Sie bitte auf: Frankfurter Mahnruf


Bilder der Veranstaltung: Fotos Dr. Ferdinand Stegbauer

PRESSEERKLÄRUNG DER BIS ZUR NORAHSTUDIE

sachsenh schlaeft nicht

Zentraler Teil der Lärmwirkungsstudie NORAH ist wissenschaftlich nicht haltbar

Nicht alles in der heute vorgelegten Lärmwirkungsstudie NORAH ist aus Sicht der BIS zu beanstanden.

Nachvollziehbar und richtig ist, dass die Belästigungsquote, gerade durch Fluglärm, stark angestiegen ist. Auch die schon vorgestellten Ergebnisse, des sog. Kindermoduls unterstreichen unsere Forderungen nach Schließung der Bahn und einer notwendigen Lärmminderung.

Die Ergebnisse aber, die sich mit dem Einfluss auf nächtlichen Schlaf und auf den Bluthochdruck beschäftigen, sind nach Aussagen der Mediziner wissenschaftlich nicht verwertbar, ein Laie würde sagen:“ für die Tonne“. Während weltweit alle bekannten wissenschaftlichen Gutachten, außer einem, bisher bei dem Thema Bluthochdruck zu dem Ergebnis kommen, dass Fluglärm eindeutig Blutdruck steigernd und krankmachend ist, kommt die NORAH-Studie zu dem Ergebnis, dass das Risiko für Herz-oder Kreislauferkrankungen nicht erhöht ist. „ Das wundert uns keineswegs. Die Auftraggeber der Studie haben den Ausbau genehmigt bzw. durchgeführt haben und die gleichen Gutachter, die in der Schreckenbergstudie zu dem weltweit absurden und einzigen Ergebnis kamen, dass zunehmender Fluglärm, das Krankheitsrisiko mindert, wurden auch für die NORAH-Studie beauftragt. Da wundert es nicht, dass ein entsprechender Satz, dass nämlich z.B. Straßenlärm das Risiko halbiert, auch in der Studie steht,“ so Ursula Fechter, Sprecherin der BIS.

Besonders das Blutdruckmonitoring entbehrt jeder wissenschaftlichen Aussagekraft. Es gab hier nur eine Rücklaufrate von unter 7 %, d.h. exakt 844 Probanden. Die genau mit Bild vorgegeben Anleitung, dass man den Blutdruck über dem Hemdärmel messen soll, hat die die Mediziner fassungslos gemacht. Dass ein Blutdruck von 140/90 mmHg als normal angesehen wird, freut sicher viele Hochdruckpatienten, ist aber leider für die Kardiologen nicht haltbar. Weiter wurden die Messungen am Abend nicht mit einbezogen und alle Probanden mit Bluthochdruck in der zentralen Untersuchung ausgeschlossen.“ Kurz: Für die Epidemiologen bietet dieser Teil der NORAH-Studie weder einen repräsentativen Querschnitt, noch ist er wissenschaftlich auswertbar und haltbar.

„ Diese falsche Aussage wird aber nun von Fraport als Bestätigung für den Ausbau genommen und den Menschen in der betroffenen Region, die sich jetzt fragen, warum sie sich so aufregen, als Wahrheit verkauft. Dies darf keinesfalls so stehen bleiben. Daher werden wir als BIS auch weiter Aufklärung betreiben und auf unserer November Vollversammlung am 11.11.2015 um 19.30 in der Bergkirche der Dreikönigsgemeinde mit dem Epidemiologen Prof. Greiser eine Veranstaltung dazu machen“, so Fechter abschließend.

PRESSEERKLÄRUNG DER BIS ZUR FORSA-UMFRAGE VON FRAPORT

BI_Logo128_2013Forsa-Umfrage für Fraport zur Akzeptanz des Flughafenausbaus ist wertlos

„ Es ist schon problematisch, wenn der Verursacher eines Problems, die Anfrage zur Akzeptanz selbst in Auftrag gibt,“ so Ursula Fechter, Sprecherin der BIS. Völlig ohne Aussagekraft wird sie aber dann, wenn man die folgenden Tricks anwendet: Weiterlesen

Vier Jahre Landebahn Nordwest – Aktion Einundzwanzigsteroktoberzweitausendfünfzehn

goethe52Presseerklärung der BIS zur

Aktion Einundzwanzigsteroktoberzweitausendfünfzehn

Der vierte Jahrestag der Eröffnung der Nordwestlandebahn – zwei Wochen nach dem Spatenstich für Terminal 3 – ist für uns erneut Anlass, auf den absolut raumunverträglichen Ausbau des Frankfurter Flughafens aufmerksam zu machen.

Hierzu Wolfgang Heubner, einer der Sprecher der BIS ( Bürgerinitiative Sachsenhausen ): “Die Bürger großer Teile des Rhein-Main-Gebietes – so auch wir im Frankfurter Süden – leiden tagtäglich von 5:00h bis 23:00h unter dem unerträglichen Lärm (Einzelschallereignisse über 80 dba) und den ständig auf sie herabregnenden Schadstoffen. Dies kann und darf nicht so bleiben.

Wir, die Bürgerinitiative Sachsenhausen, schmücken im Rahmen einer Kunstaktion, diverse Frankfurter Denkmäler mit aussagekräftigen Plakaten.

Goethe war bekanntermaßen äußerst lärmempfindlich. Würde er erfahren, was sich heute über den Köpfen seiner Heimatstadt 18 Stunden täglich abspielt, er würde sich im Grabe umdrehen…”Über allen Wipfeln spürest du …… Fluglärm”

Dieses Plakat wird am 21.10.2015, dem vierten Jahrestag der Eröffnung der unmenschlichen Nordwestlandebahn das Goethedenkmal schmücken. Wir können ihn nicht mehr fragen, aber kämpferisch wie er war, wäre er bestimmt damit einverstanden und hätte mit uns Seite an Seite gegen diesen gesundheitsgefährdenden Flughafenausbau gekämpft.

Schiller, Heine, Gutenberg und andere werden ihm an diesem Tag zur Seite stehen und mit passenden Plakaten bedacht werden.

Auch wenn sich die Inbetriebnahme der Landebahn Nordwest nun bereits zum vierten Mal jährt, so geben wir den Kampf dennoch nicht auf und machen weiter, u.a. mit kreativen Aktionen wie dieser. Wir wissen, dass dieser Kampf nicht leicht ist aber wir wissen auch, dass wir schon Einiges erreicht haben. Denn wer nicht kämpft, der kann auch nicht gewinnen.

Nicht umsonst hat uns Goethe mit auf den Weg gegeben: „An unmöglichen Dingen sollte man selten verzweifeln, an schweren nie“.

Wolfgang Heubner

Sprecherkreis der BIS Bürgerinitiative Sachsenhausen

bis-heubner@t-online.de

Eröffnung Landebahn, vierter Jahrestag

BI_Logo128_2013Presseerklärung der Bürgerinitiative Sachsenhausen

Die Bürgerinitiative Sachsenhausen macht mit einer spektakulären Aktion auf den 4. Jahrestag der Eröffnung der Nordwest-Landebahn am 21. Oktober aufmerksam. Plakate an Denkmälern in der Innenstadt Frankfurts weisen auf den unerträglichen anhaltenden Fluglärm und die Verschlimmerung durch den weiteren Ausbau des Flughafens hin.

Goethe war bekanntermaßen äußerst lärmempfindlich. Würde er erfahren, was sich heute über den Köpfen seiner Heimatstadt tagtäglich abspielt, er würde sich im Grabe umdrehen.

„Über allen Wipfeln spürest Du….. Fluglärm“. Dieses Plakat wird am Morgen des 21.10. das Goethedenkmal schmücken. Wir können ihn nicht fragen, aber kämpferisch wie er war, er wäre mit Sicherheit einverstanden.

Schiller und Heine in der Taunusanlage und Gutenberg am Roßmarkt werden ihm zur Seite stehen und mit passenden Plakaten bedacht werden. Auch Bulle und Bär, die Standuhr an der Hauptwache, der Gerechtigkeitsbrunnen „Vor Gericht und in der Luft sind wir in Fraports Hand“ sowie Beethoven und Adorno sind dabei.

Wenn auch die Bahn nun seit vier Jahren besteht, so geben wir dennoch den Kampf nicht auf und machen weiter mit kreativen Aktionen wie dieser. Wir wissen, daß dieser Kampf nicht leicht ist, aber nicht umsonst hat Goethe uns mit auf den Weg gegeben: „An unmöglichen Dingen sollte man selten verzweifeln, an schweren nie.“denkmal

PM – Protest bei Fraports “AIRlebnistag”

Pressemitteilung

Mahnwache und Protest der Bürgerinitiativen bei Fraports “AIRlebnistag” im Terminal

Erfolgreich setzten Mitglieder der Bürgerinitiativen ihre eigenen Akzente beim “Airlebnistag” von Fraport am 11.10.2015. Die geplante Öffentlichkeitsarbeit und Imagewerbung des Flughafenbetreibers unter dem Motto “Showtime Las Vegas” wurde empfindlich getrübt.
“Fraport, Du hast verspielt, und Deine Unterstützer in den Ausbauparteien und bei den GRÜNEN haben mit Dir verspielt!”

Unter dieser Losung fand im Terminal 1 eine Mahnwache statt, von der aus sich Flughafenausbaugegner unter die Fluggäste und die Besucher des Airlebnistages mischten, ihren Protest präsentierten und für erhebliches Aufsehen sorgten.

“Fraports Plan, mit “Showtime Las Vegas” Imagewerbung zu betreiben, ist heute nicht aufgegangen. Genau wie mit der missglückten „Ja zu FRA“-Kampagne versucht Fraport immer wieder, alle Register zu ziehen, um das angeschlagene Image zu retten.“ so Knut Dörfel, der für das BBI Bündnis der Bürgerinitiativen, die Mahnwache organisiert hatte.

”Nichts kann darüber hinwegtäuschen, wie unerträglich die Flughafenerweiterung mit ihrem Fluglärm und den Schadstoffen für die Anwohner der Region ist. So wie heute werden wir auch weiterhin nicht aufhören, die Fakten in den Mittelpunkt der Betrachtung zu rücken und das wahre Gesicht von Fraport und den für den Ausbau des Flughafens verantwortlichen Politikern zeigen!”

Die Bürgerinitiativen werden auch zukünftig mit kreativen Protesten und Aktionen zum Schutz der Lebensinteressen und der Grundrechte der Menschen in der Region deutlich machen, dass es keine Ruhe geben wird, bevor ihre Forderungen erfüllt werden.


 

Das „Bündnis der Bürgerinitiativen – Kein Flughafenausbau – Für ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr“, kurz: BBI, ist ein Zusammenschluss von mehr  als 80 Initiativen. Das Bündnis streitet für die Wiedergewinnung und den Erhalt der Lebensqualität der Menschen im Rhein-Main-Gebiet. Es setzt sich für die Schaffung einer lebenswerten Region ein und fordert den Schutz der Menschen vor den schädlichen Auswirkungen des Luftverkehrs und erklärt sich solidarisch mit allen von Verkehrslärm betroffenen Menschen. Das Bündnis fordert einen verantwortungsvollen Umgang mit der Mobilität. Die gemeinsamen Ziele sind:

  • Verhinderung des Ausbaus des Frankfurter Flughafens und anderer Flughäfen in der Region. Kein Terminal 3.
  • Schaffung von nächtlicher Ruhe durch ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr.
  • Schaffung von rechtlich einklagbaren Grenzen der Belastung für die Bürgerinnen und Bürger.
  • Verursachergerechte Zuordnung von Kosten auf die Luftverkehrsindustrie; Stopp der Subventionen.
  • Verringerung der Flugbewegungen auf maximal 380.000 pro Jahr und Reduzierung der bestehenden Belastungen durch Fluglärm, Luftverschmutzung und Bodenverbrauch durch Flugverkehr im Rhein-Main-Gebiet.
  • Stilllegung der Landebahn Nordwest.

Presseerklärung der BIS zur 150. Montagsdemo

    snd415w                                                                                  Der Widerstand lebt- 150. Montagsdemo und kein bißchen leise

das ist das Motto der 150. Montagsdemonstration des Bündnisses der Bürgerinitiativen, die am 28. September 2015 um 18:00 Uhr im Terminal 3 beginnt und zu der wir viele Demonstranten erwarten. Wer gehofft hatte, dass sich der Protest im Laufe der Zeit tot läuft, der hat sich gründlich geirrt, so Ursula Fechter, Sprecherin der BIS. Weiterlesen

PM – Griechenland statt Lärmtaler

BI_Logo128_2013Griechenland statt Lärmtaler der Mediation
„ Würde man tatsächlich auf dem Boden der Mediation stehen, hätte Fraport schon seit 2011 den Lärmtaler mit 2,50 Euro pro Passagier einführen müssen. So war es von den Mediatoren für den Anti-Lärm-Pakt vorgesehen. Bei der Anzahl der Passagiere hätte das Fraport seit der Eröffnung der neuen Landebahn jedes Jahr über 144 Millionen gekostet.  Stattdessen hat sich Fraport einmalig mit knapp 90 Millionen an der sog. Allianz für Lärmschutz beteiligt, “ so Ursula Fechter, Sprecherin der BIS. Wer so glaubt auf dem Boden der Mediation zu stehen, der wird einbrechen.

„Und jetzt die Übernahme des Betriebs von 14 Regionalflughäfen in Griechenland. „ Aus Sicht von Fraport macht ein Engagement im Ausland durchaus auch Sinn. Nur sollen sie dann auch offiziell zugeben, dass der deutsche Heimatmarkt, wie die FAZ schreibt, gesättigt ist und Fachleute Wachstum im Luftverkehr  noch außerhalb Deutschlands erwarten. Die Flugbewegungen bei Fraport sind in den letzten Jahren  zurückgegangen und haben den Stand vor Eröffnung der Landebahn bis heute nicht erreicht. Die Stilllegung einer Bahn zu Sanierungszwecken in der Hauptreisezeit scheint kein Problem zu sein: Wozu also der Betrieb der Nord-West-Landebahn, die mit ihren geänderten Anflugrouten unnötig hunderttausende neu verlärmt hat?

Wer seine Zukunft also im Ausland sieht und wer dem passiven Lärmschutz für die Bevölkerung  einen so  niedrigen Stellenwert beimisst, wer sich nicht an die Vorgaben der Mediation hält, auf die er sich beruft und sich mit lächerlichen 90 Millionen versucht aus der Affäre zu ziehen, der sollte so konsequent sein, sich die Fehlinvestition der neuen Bahn eingestehen und diese stilllegen.

PM – Die Allgemeinheit trägt die Kosten

BI_Logo128_2013Die Kosten für den Schallschutz von Schulen nur die Spitze des Eisbergs
Externe Kosten des Flughafenausbaus trägt die Allgemeinheit
Allein zusätzliche Kosten von 1,6 Milliarden für unser Gesundheitssystem

Eigentlich gilt in der Politik, das sog. Konnexitäts-Prinzip: wer bestellt – bezahlt. Das gilt aber offensichtlich nicht für Fraport. Obwohl Fraport im ersten Halbjahr den Umsatz um 10,6 Prozent auf gut 1,2 Milliarden Euro steigerte, der Überschuss um knapp 11 Prozent auf 98 Millionen Euro nach oben kletterte und der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 8,7 Prozent von 385 Millionen Euro wuchs, übernimmt das Land mit 5,6 Millionen die Kosten für den Schallschutz von Grundschulen.

„ Schallschutz für Schulen mit Lüftern, das ist Käfighaltung für Kinder. In der ersten Hitzeperiode des Jahrs war dies eine Zumutung für die Schüler“, so Ursula Fechter. Sprecherin der BIS. „ das kann nicht die Lösung sei“.

„ An diesem Beispiel zeigt sich aber, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist. Die 5,6 Millionen, die nun letztendlich von uns, den Steuerzahlern, zu tragen sind, machen aber auf ein Problem deutlich, das alle Menschen, auch die vom Flughafenausbau nicht direkt Betroffenen angeht: das Problem der externen Kosten durch den Ausbau, ein Problem das viel zu wenig in der Öffentlichkeit bekannt ist. Im Rhein-Main-Gebiet von Fraport werden hunderttausende Bewohner zusätzlich extrem belastet. Das führt laut wissenschaftlichen Gutachten zu einer Erhöhung des Risikos für Herz-Kreislauferkrankungen um 19 %, koronarer Herzerkrankungen um 21 %, Schlaganfälle um 25 % . Dies bedeuten ca. 1,6 Milliarden zusätzlicher Kosten für unser Gesundheitssystem.

Zu einem gesetzlichen Rauchverbot in Restaurants und öffentlichen Gebäuden kam es trotz nachgewiesener Gesundheitsschädlichkeit erst nach Jahrzehnten, nachdem die Folgekosten für die Versicherungen aber auch für die Allgemeinheit offensichtlich waren. Diese Zeit haben wir aber nicht. Nicht für die Kinder, für die Kranken, für die schon Vorgeschädigten. Es kann nur gehen über eine effektive Lärmreduzierung. Eine Deckelung des aktuellen Lärmpegels, der im Frankfurter Süden teilweise schon die Höhe des berechneten Lärms für 2020 mit 701.000 Flugbewegungen erreicht hat, reicht nicht aus. Das Fluglärmschutzgesetz und das Luftverkehrsgesetzt müssen geändert werden und Schallschutzzonen sind zu überarbeiten. Und bis das erreicht wird, muss Fraport endlich in die Verantwortung genommen werden und nicht die Steuerzahler. Wir haben den gesundheitsschädlichen Lärm und die Schadstoffe und dürfen selbst auch noch die Kosten tragen, das kann nicht sein“, so Fechter abschließend.

Presseerklärung der BIS zur Ablehnung unserer Verfassungsbeschwerde

luftverkehrssteuer_foto tagesspiegel

BIS empört: Verfassungsbeschwerde gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau des Frankfurter Flughafens nicht angenommen –Verfassungsgericht verlangt Unmögliches.

 

Die Bürgerinitiative Sachsenhausen hat mit heftiger Empörung und völligem Unverständnis auf den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts reagiert, dass die Verfassungsbeschwerde der BIS-Mitglieder Herrlein nicht zur Entscheidung angenommen wurde. „ Wir sind empört und wütend, dass nunmehr wieder die Luftverkehrswirtschaft und die Flughafenbetreiber gewonnen haben und haben kein Verständnis dafür, dass das Bundesverfassungsgericht die berechtigten Einwände und vorgetragenen Argumente zum Gesundheitsschutz nicht ausreichend gewürdigt hat. Hier geschieht den lärmgeplagten Anwohnern unter Anwendung des derzeitigen Rechts massives Unrecht“, so Ursula Fechter, Sprecherin der Bürgerinitiative Sachsenhausen BIS.

Mit diesem Beschluss, der den Eheleuten Herrlein Ende letzter Woche zugegangen ist, hat das Bundesverfassungsgericht ihre Verfassungsbeschwerde vom September 2012, die von der Bürgerinitiative Sachsenhausen finanziell unterstützt wurde, nicht zur Entscheidung angenommen. Nach ihrer Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss waren die Eheleute Herrlein durch alle rechtlichen Instanzen gegangen und hatten nach dem ablehnenden Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. Diese hatten sie mit der Verletzung ihrer Grundrechte hinsichtlich des Rechts auf Eigentum, des Rechts auf rechtliches Gehör und des Rechts auf körperliche Unversehrtheit gem. Art. 2 Grundgesetz begründet.

„Der ablehnende Beschluss reiht sich ein in eine lange Liste von Urteilen zu den Verfassungsbeschwerden hinsichtlich des Lärmschutzes im Flughafenbereich bzw. gegen das Fluglärmschutzgesetz, die alle nicht zur Entscheidung angenommen wurden“, so Fechter weiter. Der Verfassungsrechtler Christofer Lenz bezeichnet in einem Aufsatz die Rechtsprechung des BVerfG bei der verfassungsrechtlichen Kontrolle von Flughafenplanungsentscheidungen als „außerordentlich zurückhaltend“ und führt weiter aus: „ Die Maßstäbe sowohl im Bereich des Eigentums- wie auch des Gesundheitsschutzes sind (von BVerfG) so formuliert und gehandhabt worden, dass ein durchgreifender Erfolg für die Angreiferseite zwar nicht unmöglich aber ausgesprochen unwahrscheinlich ist“.

Durch den neuen Beschluss wird die Lage darüber hinaus verschlimmert. Mit dem Beschluss werden die Anforderungen erhöht, die an die erfolgreiche Vorlage einer Verfassungsbeschwerde im Zusammenhang mit Fluglärmfragen gestellt werden. So fordert das Bundesverfassungsgericht als Nachweis beim Schutz zur Nachtzeit eigene Lärmmessungen des am Ohr des Schläfers ankommenden Lärms nach Umsetzung von passiven Schallschutzmaßnahmen. Dieser Nachweis ist innerhalb einer 1-monatigen Klagefrist vollständig zu erbringen.

„Es ist eine schiere Unmöglichkeit für die Beschwerdeführer“, entrüstet sich Adolf Herrlein, „innerhalb der vorgegebenen Frist einem Monat nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes dem Verfassungsgericht äquivalente Dauerschallpegel für die Innenräume nach Durchführung von passiven Schallschutzmaßnahmen vorzulegen, wie das Gericht es fordert und dann noch nachzuweisen, dass der innen ankommende Fluglärm gesundheitsschädlich ist. Hier baut das Verfassungsgericht mit seiner Entscheidung Hürden auf, deren Überwindung für die Betroffenen sowohl technisch als auch finanziell zur Unmöglichkeit wird“.

Darüber hinaus ist das Gericht auf die ausführlichen Einwendungen der Verfassungsbeschwerde gegen diese unzumutbare Monatsfrist nicht mal eingegangen. Dies steht im krassen Missverhältnis, denn die hessische Landesregierung konnte mehr als 4 Jahre in Anspruch nehmen, die ihr zugewiesene Aufgabe zu erfüllen, durch Rechtsverordnungen die Lärmschutzbereiche im Bereich des Frankfurter Flughafens festzusetzen.

Adolf Herrleins Fazit lautet: „Mit der vom Verfassungsgericht dargelegten Fokussierung auf die äquivalenten Innendauerschallpegel bestätigt das Verfassungsgericht nunmehr das Sonderopfer der „Käfighaltung“ für hunderttausende Anlieger im Rhein-Main-Gebiet.“

„Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zeigt erneut, dass die Gesetzeslage in Deutschland von der Luftverkehrswirtschaft dominiert ist. Die Gesundheitsgefahren von Fluglärm und Schadstoffen finden noch immer keine Berücksichtigung. Die Hoffnung, dass das höchste Gericht neue Wege beschreiten und den Blick öffnen würde, hat sich mit der Rückweisung der Beschwerde als falsch erwiesen. Es zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, den Protest fortzusetzen und auch zu intensivieren sowie politisch aktiv zu bleiben, um entsprechende Veränderungen herbeizuführen. Für uns ist es aber nicht das Ende der Fahnenstange, sondern wir gehen diesen Weg konsequent weiter und prüfen weitere Maßnahmen, insbesondere zur Durchsetzung gesetzlicher Regelungen der Lärmminderung sowie der Einführung einer gesetzlichen Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr. Auch der Weg über die europäischen Gerichte ist eine Option, “ so Fechter abschließend.