Bodenrichtwert – Presseerklärung

Dr. Ursula Fechter

Absurde Begründung der Stadt: Unverkäuflichkeit von Wohnungen in Fluglärmgebieten verhindert höheren Abschlag bei den Bodenrichtwerten. Kaum Auswirkung auf die Grundsteuer.

Laut Magistrat liegen 1/6 der Frankfurter Grundstücke im Siedlungsbeschränkungsbereich.Hier ist der Lärm durch den Flughafenausbau so stark, dass keine neuen Baugebiete mehr ausgewiesen werden dürfen. Was ist aber mit den Grundstücksbesitzern, die schon in diesen Gebieten wohnen? Bekommen sie eine Entschädigung? Da die Stadt die Augen vor dieser Entwicklung  nicht völlig davor verschließen kann, hat sie die Bodenrichtwerte in den betroffenen Gebieten zwischen 5 und 7 Prozent gesenkt und damit kommt es nur zu einer minimale Entlastung der Bürger bei der Grundsteuer. Der Bodenrichtwert ist im deutschen Städtebaurecht ein durchschnittlicher Lagewert, ermittelt aus den Kaufpreisen von Grundstücken unter Berücksichtigung ihres Entwicklungszustandes. Diese Wertminderung ist allerdings lächerlich angesichts des massiven Werteverfalls der Grundstücke. Laut Stadt Frankfurt ist die Wirkung des Fluglärms aber statistisch schwer messbar, da seit Inbetriebnahme der neuen Landebahn kaum Immobilien verkauft worden seien. Die Tatsache, dass die Grundstücke in den schwer belasteten Gebieten – und das bestätigen auch Makler – unverkäuflich geworden sind, verhindert also einen höheren Abschlag. Das ist an Absurdität nicht mehr zu übertreffen. Zieht man im Übrigen die Steigerungen im Westend und im Nordend als Vergleich dazu, die um 10 bis 15 Prozent gestiegen sind, so ergibt sich hier innerhalb Frankfurts schon eine  Wertdifferenz von 20 %.


Dr. Ursula Fechter

Ein Gedanke zu „Bodenrichtwert – Presseerklärung

  1. Hallo Frau Fechter,
    bei Zwangsversteigerungen in Sachsenhausen, insbesondere Sachsenhäuser Berg ( Mittlerer Schafhofweg) werden bei Verkehrswertermittlungen von den sachverständigen ein Abschlag von 10 % wegen des Fluglärms angesetzt.
    Vom Gericht wird dieser satz nicht beanstandet.
    Mit freundlichen Grüßen
    Harald Schmeyer

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