Auswertung verbotener Nachtflüge

Verbotene Nachtfluege
Musterschreiben Antrag Umweltinfo_280612 

Liebe Mitstreiter,
die Diskussion um die Ausweitung der Nachtflüge nach 23.00 Uhr sowie um die Ausnahmegenehmigungen hat in den letzten Tagen ein solches Ausmaß erreicht,
dass eine unmittelbare Reaktion von unserer Seite aus dringend erforderlich
ist. In großflächigen Zeitungsinterviews fordern die Chefs von Fraport,
Flughafenbetreiber München, Lufthansa und Condor mehr ” Flexibilität ” bei
den Genehmigungen.

Wir haben eine durch die Planfeststellung festgesetzte Grenze, die
einzuhalten ist. Dies ist zusätzlich durch die höchstrichterliche
Rechtsprechung bestätigt worden. Genauso wenig wie die festgesetzten
Grenzen für die Schutzzonen, bei denen es um Zentimeter geht, flexibel
gehandhabt werden , genauso wenig kann die 23 Uhr Grenze flexibel sein.

Wir sind der Meinung, dass die verspäteten Landungen ihre Hauptursache in
den Betriebsabläufen haben. So sind z.B. die Flugpläne so knapp ausgelegt,
dass Verspätungen unvermeidbar sind. Nach unserer Einschätzung sind
außerdem 50 – 70 % der Ausnahmegenehmigungen für verspätete Starts nicht
durch die gesetzlichen Vorgaben gedeckt. Dies wollen wir überprüfen und
damit den verantwortlichen Personen bei der örtlichen Luftaufsichtsbehörde
auf die Finger schauen. Durch das Umweltinformationsgesetz haben wir dazu
die Möglichkeit.

Für die Erteilung der Ausnahmegenehmigung ist die örtliche
Luftaufsichtsstelle des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft Verkehr und
Landesentwicklung (HMWVL) zuständig, die am Frankfurter Flughafen sitzt.
Hier sitzen zwei Personen, ehemalige Fraport Mitarbeiter, die nun für das
Ministerium Angestellte im öffentlichen Dienst sind. D.h. sie sind keine
direkten Mitarbeiter von Fraport, wie häufig behauptet wird, stehen aber
als “Ehemalige ” und dann noch vor Ort sicher unter einem großen Druck. Wir
wollen überprüfen, mit welchen Ausnahmegründen die Nachtflüge genehmigt
werden und ob das Verfahren, für das vermutlich nur wenig Zeit bleibt, für
eine Überprüfung überhaupt ausreicht.

Im Anhang befindet sich ein von Achim Fey entworfenes Musteranschreiben, mit
dem man den Antrag auf Akteneinsichtsnahme stellen kann. Die nachzufragenden
Flüge kann man sowohl den Aufzeichnungen des DFLD als auch den Auswertungen
von Hanspeter Günster, die sich auch im Anhang befinden, entnehmen.

Da nicht jeder Erfahrung mit der Website des DFLD hat, zeigt Ihnen dies
Video von Hanspeter Günster anschaulich, wie Sie zu den DFLD Aufzeichnungen
kommen: http://www.intertape.de/Fluglaerm/zumDFLD/zumDFLD01a.html

Unser Ziel ist, eine möglichst große Anzahl von Anträgen zu erreichen. Dies
dient zum einen der kritischen Prüfung und Information zum anderen ist es
auch eine Methode des Widerstandes gegen die unzumutbaren Zustände seit der
Bahneröffnung. Die Anträge sind nur ein erster Schritt. Weitere werden
folgen und unser Ziel ist nach wie vor ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr.

Ursula Fechter

Ein Gedanke zu „Auswertung verbotener Nachtflüge

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